Holiday on Wheels

Barrierefreier Traumurlaub per Mausklick

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Menschen mit Beeinträchtigung finden auf der Homepage von Agnes Fojan ausreichend Aktivangebote.

Nicht jedes Hotel ist kinderwagentauglich und nicht in jeder Kletterhalle ist Paraclimbing selbstverständlich: Mit “Holiday on Wheels – Accessible Holidays” bietet Agnes Fojan eine Informationsquelle zur Urlaubsplanung für Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir haben die Unternehmerin zum Gespräch gebeten.

Wie entstand die Geschäftsidee?

Ich war lange im Tourismus beschäftigt und hatte in der Vergangenheit auch die Leitung einer touristischen Angebotsgruppe inne. Als ich zufällig im Fitnessstudio mit zwei Rollstuhlfahrern ins Gespräch gekommen bin, wurde mir bewusst, dass es kaum Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung gibt. Dieses Gespräch war für mich der ausschlaggebende Punkt, HolidayonWheels ins Leben zu rufen.

Was macht Ihr Geschäftsmodell so besonders?

In Österreich gibt es keine andere Plattform, die die ganze Servicekette von barrierefreien Unterkünften, über abgestimmte Aktiv-Angebote, bis hin zu zugänglichen Gastronomie-Angeboten anbietet. Für Menschen mit Beeinträchtigung ist es schwierig den optimalen Urlaubsaufenthalt nach persönlichen Vorstellungen zu planen – dabei helfen wir. Demnächst haben wir auch Tipps zur barrierefreien Anreise, zu öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen rollstuhltauglichen Sanitär-Anlagen parat.

Warum liegt Ihnen eine Weiterentwicklung persönlich am Herzen?

Ich weiß, wie schnell sowas passieren kann. Mit 16 Jahren hatte ich einen Snowboard-Unfall mit Rückenverletzung und sehr viel Glück, dass ich gehend das Krankenhaus verlassen konnte. Schon damals wurde mir klar, dass niemand davor gefeit ist, auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. Derzeit ist es leider so, dass diese Zielgruppe wenig Gehör findet und das Potenzial noch nicht wahrgenommen wird.

Wo liegen die Hürden?

Wir haben es noch immer mit einem Tabu-Thema zu tun. Beispielsweise gibt es Gaststätten, die zwar barrierefreie Anlagen haben, sich aber scheuen, Menschen mit Beeinträchtigung zu beherbergen oder ihr Angebot nicht publizieren. Warum? Unsere Gesellschaft ist diesbezüglich weit hinterher. Eine Statistik besagt, dass 48 Prozent der Betroffenen öfter auf Urlaub fahren würden, wenn Sie einen besseren Markt vorfänden. Tourismusbetriebe müssen einsehen, dass diese Zielgruppe wahrgenommen werden muss. Menschen mit Beeinträchtigung bleiben durchschnittlich länger, werden eher zu Stammkunden und wählen meist die Nebensaison.

Was ist für die Zukunft geplant?

Wir wollen unsere Auswahl an Unterkünften und Aktivitäten im Online-Angebot weiter ausbauen. Dieses Vorhaben gestaltet sich allerdings schwierig, da potenzielle Investoren oft zu vorsichtig sind und die Zukunftschance des Marktes nicht erkennen.

 

Fotorechte: Peter Just

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