Fresach 2017

Bürgerdialog für die Freiheit beginnt 

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Fotorechte: Fotodienst Kampitsch

Presse- und Meinungsfreiheit zählen zu den wichtigsten Säulen unserer Gesellschaft, und doch haben wir diese und andere Werte sträflich vernachlässigt. Demokratie und Freiheit sind aber nicht selbstverständlich.

Die Zukunft der Europäischen Union wird bedroht von illiberalen und autoritären Tendenzen, die am Ende auf die Zerstörung der friedlichen Nachkriegsordnung abzielen. Was auf uns zukommt und wie wir die Veränderungen meistern können, diskutieren Experten auf den Europäischen Toleranzgesprächen 2017, die vom 30. Mai bis 3. Juni 2017 in Villach und Fresach stattfinden. http://www.fresach.org

„Während wir 2015 über die Toleranz in unserer Gesellschaft diskutiert und 2016 die Folgen des Klimawandels aufgezeigt haben, befassen wir uns 2017 mit den vielfältigen Dimensionen der Freiheit, die gerade heute wieder von vielen Seiten bedroht ist. Der Vormarsch globaler Internet-Konzerne ebenso wie zunehmend autokratischer Regime in Europa muss uns alarmieren“, erklärte der Präsident des Kuratoriums der Europäischen Toleranzgespräche, Hannes Swoboda, bei der Vorstellung des Programms 2017 am Dienstag in Klagenfurt.

Der Kärntner Landtagspräsident Reinhart Rohr betonte bei der Begrüßung der zahlreich vertretenen Partnerorganisationen, Freiheit, Dialog und Demokratie seien kein Luxus und müssten täglich neu verteidigt werden. „Wenn Politik damit anfängt, aus welchen Gründen auch immer, Freiheitsrechte einzuschränken, dann ist Engagement Bürgerpflicht“, sagte Rohr. „Aber ebenso muss man sich dagegen wehren, wenn manche Kreise glauben, mit Hetzparolen, Angstmache und Falschnachrichten die öffentliche Meinung manipulieren zu können.“

Der Villacher Bürgermeister Günther Albel verwies auf die historische Bedeutung seiner Heimatstadt im Kampf gegen Bevormundung und Abhängigkeit. Villach war schon immer ein Kristallisationspunkt für Aufklärung, Freiheit und Emanzipation, eine lebendige und offene Handelsstadt und nicht zuletzt auch das Kärntner Zentrum des Protestantismus. Als Reformationsstadt habe Villach viel zu geben: Das Thema der Europäischen Toleranzgespräche 2017 sei daher wie maßgeschneidert für die Stadt und ihre Kultur – diesen Bürgerdialog werde man weiterhin unterstützen.

Neue Programmpunkte 2017
Im dritten Jahr der Toleranzgespräche wird das Vorprogramm in Villach deutlich ausgebaut – damit kommen die Organisatoren der Stadt entgegen, die das Programm gewichtig unterstützt. Konkret wird es erstmals eine Kinopremiere samt Diskussion mit der Regisseurin geben (Dil Leyla, 30. Mai) und eine Theaterpremiere der Neuen Bühne Villach auf dem Drauschiff (Ich, Zarah, 31. Mai). Der 31. Mai ist einem großen Schülerforum gewidmet, auf dem Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Bedrohungen des Internet mit Experten diskutiert werden (Tour de Liberté im Sudhaus).

Neu ist der „Bürgerdialog“ am 1. Juni in Fresach. Erstmals soll Bürgerinnen und Bürgern gleich nach dem Auftakt Gelegenheit geboten werden, in einen offenen Dialog einzutreten und mitzuarbeiten an der „Fresacher Freiheits-Charta“. Zahlreiche weitere Innovationen wie z.B. ein „UnternehmerInnentag“ am 2. Juni und ein Poetry Slam am 3. Juni ebenso wie ein „Festival der Toleranz“ und eine „Lange Nacht der Freiheit zum Weltklang der Poesie“ tragen dazu bei, dass es in Fresach spannend bleibt. „Wir wollen zeigen, dass wir auch abseits der großen Politik große Literatur bieten können“, sagte PEN-Präsident Helmuth A. Niederle.

Die Europäischen Toleranzgespräche 2017 werden wieder von zahlreichen Förderern, Organisationen und Institutionen sowie Philosophen, Autor/innen und Wissenschaftern unterstützt, allen voran der Stadt Villach, dem Land Kärnten, der Bundesregierung und der Europäischen Union. PEN-Präsident Niederle präsentiert im 70. Jahr des PEN-Clubs denn auch wieder eine Reihe von internationalen Schriftstellern, u.a. Hassan Baroud, Serafettin Yildiz, Pravu Mazumdar und Rainer Bischof. „Für uns bietet Fresach Gelegenheit, literarisch und politisch Stellung zu beziehen“, so Niederle.

Eröffnung mit Prof. Bassam Tibi
Die Toleranzgespräche 2017 finden in der Pfingstwoche, vom 30. Mai bis 3. Juni, statt. Die offzielle Eröffnung erfolgt am 31. Mai in Villach, in Anwesenheit des Bundespräsidenten und zahlreicher Spitzenpolitiker. Das Eröffnungsreferat am 1. Juni in Fresach hält der bekannte Orientalist und Islamkritiker, Prof. Bassam Tibi von der Universität Göttingen. Er wird insbesondere auf die Zukunft der Freiheit und die Folgen der Globalisierung eingehen.

Am Nachmittag steht aus Anlass 500 Jahre Martin Luther – „Luther und die Freiheit – Was bleibt von der Reformation?“ mit Bischof Alois Schwarz und Superintendent Manfred Sauer auf dem Programm. Danach folgt eine Podiumsdiskussion über „Die illiberale Demokratie als Antwort auf die Globalisierung“ mit dem Politologen Vedran Dzihic. Workshops zum Thema „Frauen in der Kirche, Frauen im Islam“ oder „Glückssuche und Schmerzempfinden“ runden das Programm ab.

Zwischenruf von Anneliese Rohrer
Den UnternehmerInnentag am 2. Juni eröffnet Presse-Kolumnistin Anneliese Rohrer mit einem provokanten Impulsreferat zum „Ende des Gehorsams – Freiheit richtig verstehen“. Danach diskutiert eine Markt-Runde mit dem streitbaren Politologen Klaus Ottomeyer über „Eine Wirtschaft für alle – Utopie oder längst verwirklicht?“ Im Toleranzforum am Nachmittag stehen Personenfreiheit, Freihandel und Freies Unternehmertum auf dem Programm. Mit dabei sind die Geografin Elisabeth Gruber (Die Freiheit zu gehen, wohin ich will), der Vertreter der EU-Kommission in Österreich, Johann Sollgruber (Macht Handel frei?) und der Tiroler Hotelier Jürgen Rietzler (Bürokratie, nein Danke!).

Das anspruchsvolle Programm der Europäischen Toleranzgespräche 2017 wird musikalisch und szenisch umrahmt. Höhepunkte sind das Festival der Toleranz, mit Lesungen und Gesängen, eine 24-Stunden-Multimedia-Lesung (Lange Nacht der Freiheit aus Anlass der 70jährigen Wiederbelebung des PEN-Clubs) sowie ein Poetry Slam am Samstag 3. Juni zum Thema „Qual der Freiheit. Freiheit der Wahl.“ Zur Realisierung des Gesamtprogramms ist der „Denk.Raum.Fresach – Verein für Toleranz und Integration“ auf Zuwendungen, Firmenpartnerschaften und weitere Mitgliedschaften angewiesen.

Vereins- und Spendenkonto:
Raiffeisenbank Landskron: IBAN AT14 3938 1000 0006 2836

Partner der Toleranzgespräche
PEN-Club Austria: http://www.penclub.at
Denk.Raum.Fresach: http://www.fresach.org
Travel Industry Club Austria: http://www.travelindustryclub.at
TPA Steuerberatung und Wirtschaftprüfung: http://www.tpa-group.at
Raiffeisen Kärnten http://www.raiffeisen.at
Villach: http://villach.at

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