Lebensraum Gemeinde

Wie Gemeinden unser Leben erleichtern

Die Gemeinden schaffen die Voraussetzungen, damit wir unseren Alltag unbesorgt bewältigen können. Die Gemeinde ist Lebensraum und Lebensmittelpunkt der meisten Menschen und der Ort, wo sich der größte Teil unseres sozialen Lebens abspielt. Günter M. Pinter

Die Gemeinde ist der Lebensraum, der der das Leben der Menschen am stärksten prägt. Da wachsen unsere Kinder auf, dort verbringen wir einen großen Teil unserer Freizeit, gemeinsam mit unseren Nachbarn, Freunden und unserer Familie. Foto: Pixabay.com

„Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger“, behauptete bereits der athenische Staatsmann Perikles vor über 2.500 Jahren. Allerdings sollte man nicht so weit gehen, jeden, der keinen Anteil an seiner Gemeinde nimmt, einfach zum schlechten Bürger zur erklären. Doch vielen ist nicht bewusst, in welchem Umfang die Gemeinde Anteil am alltäglichen Leben der Menschen hat. Dazu muss man einfach nur einen ganz normalen Tag Revue passieren lassen:

Ein ganz normaler Tag

Wir stehen früh am Morgen auf und es ist wohlig warm, ohne zuvor einheizen zu müssen. Wir schalten das Licht ein, machen das Frühstück und stellen uns unter die Dusche. Wer verschwendet einen Gedanken daran, dass das nur möglich ist, weil die Gemeinde dafür gesorgt hat, dass die Energieversorgung gewährleistet ist? Oft betreibt die Gemeinde selbst ein Kraftwerk oder eine Fernwärmeanlage. Sie sorgt dafür, dass wir fließendes Wasser haben und das das Schmutzwasser über den Kanal abfließt und in einer Kläranlage gereinigt wird. Wenn wir das Haus verlassen, bringen wir unsere Kinder zu Schule und machen uns auf den Weg zur Arbeit. Ob mit eigenem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel wie Bahn oder Bus, wieder hat die Gemeinde ihren Beitrag geleistet. Dabei haben wir noch gar nicht daran gedacht, dass viele Straßen von der Gemeinde gebaut wurden und erhalten werden. Wenn unsere Kinder einen Kindergarten oder die Schule besuchen, hat die Gemeinde als Schulerhalter und Betreiber des Kindergartens die Voraussetzungen dafür geschaffen.

"Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger“

Perikles

Arbeit und Wirtschaft

Wenn wir dann an unserem Arbeitsplatz sind, denkt kaum jemand daran, dass es wiederum oft die Gemeinden sind, die durch ihre Vorleistungen die Möglichkeiten dafür schaffen, dass Unternehmen und Betriebe ihre wirtschaftliche Tätigkeit aufnehmen können. Ohne entsprechende Infrastruktur und Verkehrsanbindung wäre ein produktives Wirtschaften oft gar nicht möglich. So sind es meist die Gemeinden die erst die touristische Infrastruktur wie Bäder, Liftanlagen oder Ausflugsziele unterhalten, die dann von Einheimischen und Gästen gerne genutzt werden. Nicht zu vergessen, dass die Kommunen die lokale Wirtschaft auch mit verschiedenen Förderungen und anderen Maßnahmen unterstützt.

Freizeit

Haben wir den Arbeitstag erfolgreich hinter uns gebracht, gehen wir noch schnell einkaufen, wenn möglich beim Nahversorger im Ort, fahren dann nach Hause oder holen die Kinder von Schule und Kindergarten ab, wenn sie nicht ohnehin mit dem Bus alleine nach Hause fahren. Werden die Kinder ganztägig betreut, hat sich die Gemeinde darum gekümmert, dass sie in der Schule und im Kindergarten eine warme Mahlzeit erhalten. Vielleicht verbringen die Jüngeren den Nachmittag auf dem Sportplatz der Gemeinde, in der Musikschule, bei einem Jugendverein im Gemeindezentrum oder auf dem Spielplatz. Zu Hause angekommen, lassen wir den Abend gemütlich ausklingen oder wir wollen noch etwas unternehmen. Wir besuchen noch eine Veranstaltung im Kulturzentrum, z.B. ein Konzert oder eine Theateraufführung, treffen Freunde beim Dorfwirt oder sind selbst in einem der zahlreichen Vereine aktiv, die ebenfalls von der Gemeinde unterstützt werden. Wenn wir dann wieder zu Hause sind und bereits schlafen, sorgen die Mitarbeiter der Gemeinde in den Nacht- und Morgenstunden dafür, dass die Straßen vom Schnee geräumt sind oder der Müll abgeholt wird.

Katastrophenschutz

Die Bedeutung der Gemeinde rückt dann schlagartig stärker ins Bewusstsein, wenn es zu außergewöhnlichen Ereignissen kommt. Bei Krisen, Unfällen und Naturkatastrophen organisiert die Gemeinde in Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen wie Feuerwehr, Rettung und Polizei die Hilfsmaßnahmen und sorgt für den Schutz der Bevölkerung. Ist die Krise bewältig, obliegt es wiederum der Gemeinde die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten rasch und effizient zu veranlassen und umzusetzen.

Bürgerservice

Für die Gesundheitsversorgung und den örtlichen Rettungsdienst leistet die Gemeinde ihren Anteil an der Finanzierung und sie ist zuständig für den Betrieb und Erhalt von Seniorenheimen, betreutem Wohnen oder für die mobile Pflege der Mitbürger und Mitbürgerinnen. Bei vielen Amtswegen ist das Gemeindeamt die erste Anlaufstelle der Bürger. Die Aufgaben des Bürgerservices reichen vom Reisepass über die Ausstellung von Dokumenten bis hin zu Anträgen für Förderungen und die Ausstellung von Genehmigungen. Wer ein Haus baut, für den ist die Gemeinde als Baubehörde unerlässlich. Für Menschen, die Hilfe in Notsituationen brauchen oder auf Unterstützung zum Lebensunterhalt angewiesen sind, ist ebenfalls die Gemeinde die erste Anlaufstelle.

Bürgernahe Politik

Auf Gemeindeebene ist die Politik noch unmittelbar erfahrbar und Bürgernähe kein leeres Schlagwort. Hier, direkt vor Ort, erfährt man von den Menschen sofort, was die Politik gut gemacht hat und was die Kritik der Gemeindebürger entfacht, wissen viele Kommunalpolitiker zu berichten, die wiederum den persönlichen Kontakt zu den Menschen sehr schätzen.

Bürgerinnen und Bürger nehmen aktiv am Geschehen in ihrer Gemeinde teil und gestalten ihr Lebensumfeld mit. Foto: LFKDO Kärnten_HBI Martin Sticker

Vereinsleben

Eine tragende Rolle im Gemeindeleben spielen die Bürger selbst, die - wie Perikles schon forderte – Anteil an ihrer Gemeinde nehmen. Sie sind ehrenamtlich in den vielen Vereinen tätig - von der Feuerwehr über Brauchtumsvereine bis hin zu Sport- und Kulturvereinen. Sie nehmen aktiv am Geschehen in ihrer Gemeinde teil und gestalten ihr Lebensumfeld mit, organisieren Veranstaltungen, Vorträge und unterschiedlichste Aktivitäten. So tragen sie maßgeblich zur regionalen und lokalen Identität bei. Sie sind gleichsam der Kitt, der die Gemeinschaft zusammenhält und die Gemeinden stark macht. Durch ihr Tun wirken sie auch der Abwanderung entgegen, weil die Bindung an die Gemeinschaft im Ort durch die Vereine und die dort gelebte Kameradschaft gestärkt wird.

Lebensraum

Die Gemeinde ist der Lebensraum, der die Menschen unmittelbar und am stärksten prägt. In den Gemeinden wachsen unsere Kinder auf, dort verbringen wir einen großen Teil unserer Freizeit, gemeinsam mit unseren Nachbarn, Freunden und unserer Familie. Die Gemeinde ist der Ort, wo wir zu Hause sind. Gäbe es die Gemeinde nicht, man müsste sie erfinden… |

Ausgabe 2 - März 2020

Ausgabe 02 März 2020

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