Die Zukunft liegt in der Bioenergie

Der verstärkte Einsatz von Biomasse als Rohstoff für Produkte und Energie ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Österreich hat mit seinenHolzvorräten die besten Voraussetzungen.

Foto: Der Wald ist eine wertvolle Rohstoff- und Energiequelle. Foto: LKÖ, Martin Wöhrle

Biomasse ist ein CO2-neutraler Rohstoff und der dahinterstehende Prozess gleichermaßen einfach wie genial: Die Pflanzen holen durch die Photosynthese CO2 aus der Umgebungsluft und wandeln es in feste Kohlenstoffverbindungen um. Damit wird der Kohlenstoff auf Dauer gebunden und gleichzeitig Sonnenenergie gespeichert. Wird die Pflanze verdaut, verrottet sie oder wird das Holz verbrannt, wird die gespeicherte Energie genutzt. Und es gelangt nur jene Menge an CO2 wieder in die Atmosphäre, die ihr vorher entzogen wurde. Daher spricht man von einem geschlossenen Kohlenstoffkreislauf.

Fossile Energieträger hingegen stammen aus der Erdkruste, bringen durch ihre Nutzung große zusätzliche Mengen des für die Klimaerwärmung verantwortlichen CO2 an die Oberfläche und damit in die Atmosphäre.

Waldland Österreich

Produkte aus Holz- und Holzbrennstoffe ersetzen fossile Rohstoffe. Holz für die energetische Verwertung fällt bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung oder bei der Weiterverarbeitung von Holz zu langlebigen Holzprodukten als Nebenprodukt an. Österreich ist als Waldland in der glücklichen Lage, dass deutlich mehr Holz nachwächst als genutzt wird. Die Holzvorräte wachsen von Jahr zu Jahr. Die Produktion von langlebigen Holzprodukten und der Einsatz von Holz als Energieträger sind kein Widerspruch sondern ergänzen sich.

In Österreich werden über alle Nutzungen (Lebensmittel, Futtermittel, Rohstoffe, etc.) etwa 47 Millionen Tonnen Biomasse umgesetzt, zwölf Tonnen werden am Ende der Produktlebensdauer energetisch genutzt, lediglich vier Millionen Tonnen davon in Form von Brennholz, Waldhackgut oder Energiepflanzen direkt energetisch verwertet. Im Vergleich dazu: In Österreichs Wäldern sind mehr als 1,5 Milliarden Tonnen Biomasse gespeichert. Die Bioenergienutzung hat somit absolut betrachtet einen verschwindend geringen Einfluss auf die Kohlenstoffspeicher im Wald, im Gegensatz dazu aber eine Reihe positiver Effekte. So wird Holz, das in Österreich bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und bei Schadholzereignissen anfällt und von der Industrie nicht verarbeitet werden kann, genutzt und so die Wertschöpfungskette entlang des natürlichen Rohstoffes Holz erweitert.

Einwände bezüglich Feinstaub-Emissionen von Biomassefeuerungen gehen heute ins Leere, denn die modernen Anlagen reduzieren den Feinstaub um mehr als 90 Prozent. So geht das Bundesumweltamt davon aus, dass die Feinstaub-Emissionen bis 2030 gegenüber dem Jahr 2010 um rund 60 Prozent zurückgehen werden, obwohl der Anteil an Biomasseheizungen durch Ausstieg aus Ölfeuerungen voraussichtlich steigen wird. Darüber hinaus besteht der Feinstaub aus modernen Biomasseanlagen aus Salzen, die deutlich weniger gesundheitsschädlich sind als die Ruß- und Teerpartikel alter Feuerungen.

Fossile Rohstoffe ersetzen

Das Pariser Übereinkommen zur Eindämmung der Klimaerwärmung gibt unter anderem vor, dass sich die Kohlenstoff-Emissionen und die Kohlenstoffspeicherung bis 2050 die Waage halten müssen. Bei der Biomassenutzung ist das bereits der Fall. Seit der Industrialisierung wurde mehr Kohlenstoff in der Biomasse gespeichert als durch Landnutzungsänderungen und Biomassenutzung freigegeben wurde. Das größte Problem sind die zusätzlichen fossilen Emissionen aus Erdöl, Kohle und Gas seit der Industrialisierung. Dieser ungebrochene Nachschub an Treibhausgasen in den Kreislauf heizt dem Klimawandel weiter ein.

Es wäre relativ einfach möglich, fossile Rohstoffe durch Biomasse und andere erneuerbare Energieträger zu ersetzen. Dies sollte im Idealfall so geschehen, dass die Kohlenstoff- Speicher global konstant bleiben, im Idealfall sogar zunehmen und die Intensivierung möglichst naturschonend erfolgt. Für ein Gelingen der Bioökonomie gibt es eine Reihe von wirksamen Maßnahmen: globale Aufforstungsprogramme, Ertragssteigerungen in der Land- und Forstwirtschaft, Einsatz jener Biomassen, die ohne Nutzung verrotten würden, eine intelligente Kombination von stofflicher und energetischer Nutzung oder Wasser, Wind und Sonne als Energielieferanten in Kombination mit Sparen und Effizienzsteigerungen im Energieverbrauch. |

Ausgabe 1 - Feber 2020

Ausgabe 01 Feber-März 2020

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