Gemeinsam zu einer nachhaltigen Welt

Kaum einer will heutzutage nicht nachhaltig sein. Dabei schwappt die private Lebenseinstellung immer häufiger auf das berufliche Umfeld über. Was es für eine wahre Umsetzung als Firma braucht, weiß EFK-Plattform-Gründer Berndt Triebel. Isabella Schöndorfer

Während sich die einen ein hübsches grünes Mascherl anheften, ist das anderen Betrieben schlicht zu wenig. Vielen Firmen geht der vermeintliche Marketing-Gag der Nachhaltigkeit nicht weit genug. Wer mehr Ernsthaftigkeit erfahren und langfristig in das Thema investieren möchte, fühlt sich womöglich beim Energieforum Kärnten (kurz EFK) in guten Händen. So hat sich das Team des EFK in den letzten Jahren zur Nachhaltigkeitsplattform mit hohem Weiterempfehlungswert gemausert. Zertifiziert werden ausgewählte Unternehmen sowie deren nachhaltigen Produkte und Dienstleistungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Dabei werden ökonomische und soziale Aspekte gleichrangig beurteilt. „Besonders stolz sind wir auf das Gütesiegel“, so Obmann Berndt Triebel.

EFK-Obmann Berndt Triebel legt sich nachhaltig für Firmen ins Zeug.Foto: Energieforum Kärnten

„Wir zeigen
Handlungsanleitungen
für eine nachhaltige Lebensweise auf –
speziell für Betriebe.“

Berndt Triebel, Energieforum Kärnten

Ob nun Firmen bei der Erstellung eines Leitbildes begleitet oder die Unternehmensziele dann sinnvoll verschriftlicht werden, der Weg zur Sichtbarkeit der nachhaltigen Marke ist das gemeinsame Ziel. „Damit im Betrieb alle an einem Strang ziehen.“ Immer im Fokus: Die Minimierung von eventuellen negativen Auswirkungen des Produkts auf Menschen und Umwelt während des gesamten Lebenszyklus. Die Stationen reichen von Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport bis zum sogenannten „End of Life“ und werden während der Zertifizierung unter die Lupe genommen. Tatsächlich spielt die Nutzung des Produktes durch den Endverbraucher die größte Rolle, wenn es am Ende des Tages um Energieeffizienz, Umweltschutz, Gesundheit, Beschaffung, Ressourcen oder Reparaturfähigkeit geht.

„Wir begleiten
Unternehmen in eine
grüne Zukunft.“

Berndt Triebel, Energieforum Kärnten

Bei Zirbenbett und ökologischer Malerei fängt das Spektrum der Plattform-Gemeinschaft erst an. Dass Zertifikate und Audits kein ausschließliches Thema für große Unternehmen sein müssen, weil sie es sich leisten können, zeigen viele EPU, die mit im Boot der umtriebigen Plattform sind. Denn auch bei der zertifizierten Fashionista Martina Karulle in der Klagenfurter Hafenstadt Urban Area spielt Fairwear schon lange eine Rolle. „Der Trend geht ganz klar weg von der Fast-Fashion, hin zur bewussten Entscheidung durch den Konsumenten. Da viele Hersteller dies erkannt haben, baue auch ich meine Kollektionen diesbezüglich aus. Man hat einfach länger was von nachhaltigen Modestücken!“ Und bei den Lebensmitteln von Payrs Fischzucht, Gartners Lavanttaler Wein und dem Kärnten Korn der Kropfitschmühle geht man neben zahlreichen Anbietern aus der Holzverarbeitung oder dem Gewerbe in Sachen Markenerkennung ebenfalls einen grünen Weg. Ganz konkret hat sich etwa die Kropfitschmühle als Ziel festgelegt, sich in Zukunft mit einer Photovoltaikanlage auszustatten. Jetzt versorgt sich der Betrieb zu einem Gutteil selbst mit Strom. Hunderte Ziele wurden von den auditierten Betrieben bisher genannt, die alle zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Das EFK begleitet bei der Umsetzung und Netzwerkpartner helfen bei der Erstellung eines Leitbildes, einer Lebenszyklusanalyse oder eines Kommunikationskonzeptes.

Über fünf Stufen

Die Zertifizierung erfolgt im Rahmen eines standardisierten Audits, das fünf Ebenen umfasst. Die Bestimmung der Nachhaltigkeitsposition in allen Bereichen – also ökologisch, ökonomisch und sozial – basiert auf Fakten. Im Rahmen des Audits werden nach einer Ist-Analyse, Perspektiven gesucht, Ziele gesetzt und Maßnahmen definiert, um eine nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. „Ein Betrieb muss bereit sein, diesen Weg zu gehen“, weiß der Obmann aus Erfahrung. Neben fachlicher Kompetenz, Unabhängigkeit und höchster Integrität der Mitarbeiter garantiert das EFK die hohe Qualität der Zertifizierung und die damit verbundene Glaubwürdigkeit gegenüber Konsumenten, Unternehmen und Partnern. Daraus resultiert ein Ergebnis, das in einem Bericht festgehalten wird. Ein echtes Ende ist aber nicht im Sinne der Unternehmer, da das Audit als wiederkehrender optimierender Prozess zu verstehen ist. So kann auch ein langfristiger Erfolg ganz im Sinne der Nachhaltigkeit sichergestellt werden.

Weissenseer Holz-System-Bau: Das KärntenHaus 4.0 vermittelt nachhaltiges Wohnglück. Foto: EFK

Green Brand

Eine Starke Positionierung in Richtung Nachhaltigkeit führt dazu, dass sich das Unternehmen vom Mitbewerb unterscheidet. Mit dem Recht zur Führung des Zertifikats kann auch die eigenen Unternehmensmarke weiterentwickelt werden. Die Entwicklung einer entsprechenden Kommunikation ist ein logischer Schritt.

Neuer Messeauftritt

Ab heuer wird die seit acht Jahren in zwei Hallen erfolgreich veranstaltete „Go Green“ auf der Klagenfurter Messe auf Grund der enormen Nachfrage in zwei Bereiche geteilt: Unter den Begriffen „Fair leben“ und Öko-Bau“ wird das Angebot für Besucher ausgebaut und greifbarer gemacht. Damit hat Triebel einen nationalen Coup gelandet. Es handelt sich um die erste Öko-Bau-Messe Österreichs. Ein klares Konzept erlaubt, wer im Alpen-Adria-Raum mitmachen darf und als Anbieter qualifiziert genug ist.

„Als UnternehmenrIn
ist eines ganz wichtig:
immer weitergehen!
Denn nur wer den Weg geht,
sieht auch, wohin er führt.“

Fashionista Martina Karulle

Gemeinsame Projekte

Für nachhaltige Lösungen, werden intern Unternehmen im Sinne des Endverbrauchers sogar vernetzt. So setzt etwa ein nachhaltiges Bauprojekt auf Werte, die man kaufen kann. Dafür haben sich EFK-zertifizierte Betriebe zur Aufgabe gemacht, gemeinsam Maßnahmen umzusetzen und Kunden gebündelt zugänglich zu machen. Das Kärntenhaus ist so ein gemeinsames Vorhaben. Nachhaltig wird mit Partnern und ökologischen Baustoffen aus der Region gebaut. Unter www.kaerntenhaus.com findet sich alles vom gesunden Wohnen bis zur gewünschten Energieeffizienz. Immer im Mittelpunkt sind dabei die regionalen Produkte. „In den Qualitätskriterien, die das Energieforum Kärnten festgelegt hat, steckt die Erfahrung von vielen Jahren. Nur Gebäude, die alle Kriterien erfüllen, führen den Namen der Marke Kärntenhaus 4.0. Unter diesen strengen Richtlinien werden hochwertige Gebäude errichtet“, so Triebel.

Zielstrebig: Unternehmerin Martina Karulle setzt auf trendige Slow-Fashion. Foto: Alexander Wieselthaler

Kein Ende in Sicht

Bis jetzt sind bereits mehr als 140 Betriebe zertifiziert, wie zum Beispiel ABB Österreich, Siemens, aber auch EPU wie eine Bioimkerei aus Maria Wörth. Entweder in individuell spezifischen Zeiträumen, jedenfalls innerhalb von zwei Jahren erfolgt ein Re-Audit, in dem die Umsetzung der gemeinsam festgelegten Ziele evaluiert wird. Jedes Re-Audit steht unter einem gewissen Themen-Schwerpunkt. „Im Rahmen des Zertifikats helfen wir Unternehmen, sich in allen Ebenen entsprechend auszurichten, im Angebotsbereich, aber auch bei Themen der ökologischen, sozialen oder ökonomischen Nachhaltigkeit. Das betrifft aber auch die Kommunikationsebene“, wird Triebel nicht müde. Und so wundert es nicht, dass das Service bis ins kleinste Detail gedacht ist, wenn rechtzeitig vor Weihnachten eine feine Auswahl an nachhaltigen heimischen Firmenpräsenten als Pendant zu billig produzierter Massenware aus Übersee im Netzwerk angeboten wird. Denn es ist nicht allein der Gedanke, der zählt! |

Netzwerker unter sich: EFK-zertifizierte Unternehmer treffen sich regelmäßig zum Austausch. Foto: Arnold Pöschl

Antrag auf Zertifizierung
Der Antrag kann von allen österreichischen Unternehmen unabhängig von Größe und Fachgruppe direkt beim Energieforum Kärnten gestellt werden. Voraussetzung ist ein Produkt, das vom EFK evaluiert und als nachhaltig definiert werden kann.

Was kostet das?
Zwischen 1.000 und 3.000 Euro einmalig.

Gibt es auch Förderungen?
Ja, das Land Kärnten fördert diese Beratung im Rahmen der Förderschiene Ökofit. www.energieforumkaernten.at

Ausgabe 3 - Juni 2020

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