Zeit für Taten

Die Zeit der Worte ist vorbei: Experten meinen, wir müssen uns jetzt von fossilen und atomaren Energiequellen trennen – der Weg führt unvermeidlich zu einer ökologischen, nachhaltigen Energieversorgung.

Die globale Energieversorgung ist im Wandel. International werden zunehmend die Weichen für ein neues Energiesystem gestellt. Das bedeutet die Abkehr von der traditionellen Strom- und Wärmeerzeugung vor allem durch Kohle- und Atomkraft. Damit der Schritt in ein neues Energiezeitalter gelingt, die auf der Klimakonferenz in Paris vereinbarten Klimaziele bis zum Jahr 2050 erreicht werden und unter anderem die Stromerzeugung nahezu frei von Treibhausgasemissionen ist, müssen noch viele Schritte folgen. Dieser Weg ist nicht einfach, aber zahlreiche ermutigende Beispiele aus der ganzen Welt zeigen, dass es kein Zurück mehr gibt. Die globale Marktdynamik im Bereich erneuerbarer Energien und die zuletzt stagnierende Entwicklung der CO2-Emissionen beweisen, dass Prognosen aus der Vergangenheit von der Realität überholt wurden. In diesem Strukturwandel steckt auch eine enorme Chance für Österreichs Wirtschaft, wenn sie sich mit innovativen Technologien, Dienstleistungen und Ideen am globalen Markt positionieren kann.

Alle für einen

Das Klimaabkommen von Paris hält fest, den globalen Temperaturanstieg auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen und alle Anstrengungen zu unternehmen, um unter + 1,5 Grad Celsius zu bleiben. Die Klimakrise erfordert rasches, verantwortungsvolles und ambitioniertes Handeln. Ohne eine Energiewende kann also kein Staat seine Klimaziele erreichen.Österreich ist dabei durchaus erfolgreich: Im Energiewende-Index verbessert sich Österreich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze und belegt den sechsten Platz von 115 untersuchten Ländern. Besser schneiden nur Dänemark, Finnland, Norwegen, die Schweiz und Schweden ab. Österreich zählt damit zu den globalen Vorreitern im Bereich der Energiewende. Die Bewertung der Länder erfolgt in dem Index anhand zweier gleich gewichteter Faktoren: Der „Transition Readiness“ und der „System Performance“. Wie gut ein Land im jeweiligen Bereich aufgestellt ist, wird in Prozent gemessen. In beiden Bereichen erzielt Österreich ein Ergebnis von knapp 69 Prozent. Im Bereich „Transition Readiness“ liegt Österreich damit im weltweiten Vergleich sogar auf Platz 5. Dieser Faktor berücksichtigt die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Kriterien hier sind unter anderem die Verfügbarkeit von Investitionen, effektive Regulierung, politisches Engagement und die Flexibilität des derzeitigen Energiesystems. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus unterstützt Gemeinden und Regionen auf ihrem Weg zur lokalen Energiewende mit Förderungen und Beratungsprogrammen – so soll und muss die #mission2030 erfüllbar sein.

Emissionen und Strafzahlungen

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes können bis 2030 Strafzahlungen bis zu neun Milliarden Euro anfallen, wenn Österreich die Klimaziele verfehlt. Die Ziele betreffen vor allem den „Non-ETS“-Bereich, also jenen Bereich, der nicht durch den CO²-Zertifiaktehandel abgedeckt ist. In Österreich sind das vor allem die Sektoren Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft. Im Zuge der „Effort Sharing Verordnung“ der Europäischen Union wurden den Mitgliedsstaaten Einsparungsverpflichtungen entsprechend ihres Bruttoinlandsproduktes zugewiesen. Österreich muss in diesem Bereich bis 2030 eine Reduktion von 36 Prozent im Vergleich zu 2005 erreichen. Erreicht Österreich seine Ziele nicht, müsste mit anderen EU-Mitgliedstaaten verhandelt werden, um Einsparungen abzukaufen. Je nach dem, wie viele Länder überhaupt überschüssige Einsparungen abgeben können, werden sich die Kosten für Zielverfehlungen zwischen 1,2 und 8,7 Milliarden Euro bewegen. |

Ausgabe 2 - März 2020

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