Absetzbare Ausbildungskosten

Wer dauerhaft aktiv im Erwerbsleben stehen möchte, wird um eine stetige Anpassung der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht umhinkommen. Muss man für die daraus resultierenden Kosten selbst aufkommen, ist in vielen Fällen eine Berücksichtigung im Rahmen der Steuererklärung möglich.Foto: Adobe-Stock

Mag. Gerda Oborny, Aicher & Partner Steuerberater OG, T +43 (0)4212 2211, g.oborny@aicher.biz

Welche Bildungsmaßnahmen sind steuerlich absetzbar?

Der Gesetzgeber erlaubt die Berücksichtigung von Kosten für eine Fortbildung, eine Ausbildung in einem verwandten Beruf aber auch für eine umfassende Umschulung als Werbungskosten. Voraussetzung dafür ist allerdings in allen Fällen, dass der Steuerpflichtige aktiv einen Beruf ausübt oder zumindest bis zum Eintritt einer Arbeitslosigkeit ausgeübt hat.

Fortbildungsmaßnahmen dienen der Verbesserung von Kenntnissen und Fähigkeiten in der aktuell beruflich ausgeübten Tätigkeit. Im Gegensatz dazu dient eine Ausbildung in einem verwandten Beruf zur Erlangung von Kenntnissen, die eine künftige Berufsausübung ermöglichen. Solche Kosten sind prinzipiell nur abzugsfähig, wenn die neu erworbenen Fähigkeiten in einem Zusammenhang mit dem aktuellen Beruf stehen. Dies sind entweder Tätigkeiten, die üblicherweise gemeinsam am Markt angeboten werden (z.B. Dachdecker und Spengler) oder Tätigkeiten, die gleich gelagerte Fähigkeiten und Kenntnisse erfordern (z.B. Elektround EDV-Techniker). Eine Ausnahme sind Bildungsmaßnahmen zum Erwerb grundsätzlicher kaufmännischer oder bürotechnischer Kenntnisse, diese werden stets als Ausbildung anerkannt.

Werden Kenntnisse für einen vollkommen neuen Beruf erworben, spricht man von einer Umschulung. Um solche Maßnahmen steuerlich absetzen zu können, müssen die Qualifizierungsmaßnahmen so umfassend sein, dass die tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes danach möglich ist. Zusätzlich muss die zukünftige Absicht und Möglichkeit der Einkünfteerzielung im neuen Beruf glaubhaft gemacht werden können.

Welche Kosten können abgesetzt werden?

Neben Kosten für Kurse, Seminare, Studiengebühren, etc., können auch Aufwendungen für Fachliteratur, Arbeitsmittel aber auch für Reisekosten (Fahrtkosten, Nächtigungskosten, Taggelder) steuerlich berücksichtigt werden. Nicht absetzbar sind Kosten für Ausbildungen, die von allgemeinem Interesse sind oder hauptsächlich die private Lebensführung betreffen (z.B. B-Führerschein, Freizeitaktivitäten, Esoterik u.Ä.). Erhält man eine Förderung, sind die dafür angefallenen Kosten zu kürzen und nur der Differenzbetrag darf abgesetzt werden.

Welche Kosten sind für die Berufsausbildung von Kindern abzugsfähig?

Anders als eigene Aus- und Weiterbildungskosten können Kosten für eine Berufsausbildung von Kindern nicht als Werbungskosten angesetzt werden. Wird dem Kind eine Berufsausbildung außerhalb des Wohnortes (mangels entsprechender Ausbildungsmöglichkeit im Umkreis von 80 km) ermöglicht, kann jedoch ein Pauschalbetrag von € 110 pro Monat als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. |

Ausgabe 2 - März 2020

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