Corona und Versicherung

Ab sofort stellt die KOBAN SÜDVERS GROUP alle Informationen zu versicherungsrelevanten Themen in Bezug auf das Coronavirus online zur Verfügung. Unter www.kobangroup.at finden sich Antworten auf Fragen wie diese:

  • Mit welcher Haftungssituation und mit welchen sonstigen Risiken sind Unternehmer aufgrund dieser außergewöhnlichen Situation konfrontiert?

  • Welche Absicherungsmöglichkeiten der Krisensituation gibt es aktuell?

Darüber hinaus wird über Neuerungen im Zusammenhang mit dem COVID-19-Krisenfond informiert. Die Inhalte der Seite werden laufend aktualisiert und erweitert. „Wir nehmen insbesondere bei Versicherungsfragen eine große Verunsicherung seitens vieler Unternehmer wahr. Nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Falschmeldungen zum Versicherungsschutz in Zeiten einer Pandemie. Daher haben wir uns entschlossen, diese Plattform einzurichten und auf die am häufigsten gestellten Fragen einzugehen“, betont Dr. Klaus Koban, geschäftsführender Gesellschafter. „Wir begleiten unsere Kunden versicherungstechnisch durch die Krise, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen von ihren Home-Office-Arbeitsplätzen zu unseren gewöhnlichen Öffnungszeiten jederzeit telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung“, so Koban abschließend.

KOBAN SÜDVERS GROUP

Die inhabergeführte Versicherungsmakler- und Beratergruppe richtet sich mit ihrem innovativen Leistungsportfolio an Industrie-, Gewerbe- und Privatkunden. Sie agiert sowohl national über Niederlassungen in ganz Österreich (Wien, Graz, Klagenfurt, Villach, Salzburg und St. Pölten) als auch international mit kompetenten Netzwerkpartnern im Ausland. Aktuell beschäftigt die Gruppe 130 Mitarbeiter und verwaltet ein Prämienvolumen von rund 75 Mio. Euro. Spezialisierungen und Kerngeschäft bilden: Industrie- und Gewerbeversicherungen, Risikoanalysen und -management, Vertrauensschaden-, Garantie- und Kreditversicherungen, betriebliche Alters- und Gesundheitsvorsorge, D&O und Cyberversicherungen sowie Beratungen im Schadenfall. Als Österreich-Repräsentant des vor 30 Jahren gegründeten Worldwide Broker Networks (kurz: WBN) liegt ein besonderes Augenmerk auf der Betreuung international tätiger Unternehmen und Risiken.

Wichtige Fragen und Antworten

Ich muss meinen Betrieb schließen, weil meine Mitarbeiter krank oder in Quarantäne sind. Besteht Versicherungsschutz in der Betriebsunterbrechungsversicherung (BU-Versicherung)?

Die BU-Versicherung greift, wenn der Betrieb durch einen versicherten Sachschaden gestört oder unterbrochen ist. Sind Mitarbeiter krank oder dürfen nicht zur Arbeit erscheinen, dann fehlt es an diesem Sachschaden und ein Ausfall fällt damit nicht unter den Versicherungsschutz.

Greift unsere Betriebsunterbrechungs-Versicherung (BU), wenn der Lieferant oder Logistiker aufgrund behördlicher Maßnahmen nicht liefern kann?

Die Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt Ausfälle nach einem Sachschaden. Dies gilt auch für Betriebsausfälle, die durch fehlende Teile eines Zulieferers entstehen. Da es an einem Sachschaden fehlt, sind diese Schäden in der Betriebsunterbrechungs-Versicherung nicht versichert.

Kann es aufgrund eines Organisationsverschuldens (z.B. fehlender Notfallplan oder falsche/zu geri ge Lagerhaltung) zu einer Schadensersatzhaftung eines Organmitglieds kommen und wenn ja, wäre diese Haftung über die D&O-Deckung versichert?

Es gibt grundsätzlich keinen Corona-Ausschluss in der D&O-Deckung.

Sollte in einem konkreten Fall die unzureichende Lagerhaltung aufgrund einer schuldhaften Pflichtverletzung eines Organmitglieds kausal zu einem Vermögensschaden bei versicherten Unternehmen und damit zur Haftung der versicherten Person führen, bestünde daher im Grundsatz Haftpflichtversicherungsschutz (Abwehr unbegründeter Schadensersatz-Ansprüche mit Zahlung von Abwehrkosten an die versicherten Organmitglieder, Ausgleich begründeter Schadensersatz Ansprüche) über die D&O-Versicherung.

Aufgrund des in unseren Bedingungen vorgesehenen „weiten Vermögenschadenbegriffs“ wäre es unschädlich, wenn der entstandene Vermögensschaden im Zusammenhang mit einem Personenschaden stünde. Auch ist bei uns der bedingte Vorsatz noch versichert, so dass insoweit kaum Fälle denkbar sind, in denen vorliegend der Vorsatzausschluss zur Anwendung käme.

Hafte ich als Unternehmen meinem Abnehmer gegenüber, weil z.B. eine Behörde meinen Betrieb sperrt oder ich selbst keine Grundstoffe oder Halbfertigprodukte mehr von meinen Abnehmern beziehen kann? Besteht für diese Schäden auch Versicherungsschutz?

Sobald sich abzeichnet, dass es zu Lieferverzögerungen kommt, sollten die zugrundeliegenden, vertraglichen Vereinbarungen umfassend geprüft werden. Welche Regelungen gelten bei Lieferverzug? Wie sind Fälle höherer Gewalt definiert und welche Folgen ergeben sich für den konkreten Vertrag? Welche Informationspflichten wurden gegenüber dem Abnehmer übernommen. Die Haftung von Schäden aus Verzug kann nur individuell unter Beantwortung dieser Fragen beurteilt werden.

Im Zusammenhang mit der Auslieferung von Erzeugnissen besteht im Regelfall kein Versicherungsschutz für Nacherfüllungs- oder Schadenersatzs-Ansprüche wegen Vermögensschäden aus Verzug. Dies gilt ebenfalls für Vertragsstrafen, die zwischen Ihnen und Ihrem Abnehmer vereinbart wurden oder aber entlang der Lieferkette bei Ihrem Unternehmen regressiert werden.

Welcher Versicherungsschutz besteht, sofern ich als Unternehmen auf Schadensersatz in Anspruch genommen werde, weil einer meiner Beschäftigten Mitarbeiter anderer Unternehmen mit dem Coronavirus infiziert hat und aufgrund dessen der andere Betrieb vorübergehend geschlossen werden muss?

Betriebshaftpflichtversicherungen kennen hierzulande üblicherweise keinen Risikoausschluss bzgl. konkreter Viruserkrankungen wie MERS, SARS oder COVID-19.

Zwar enthalten die zugrundeliegenden Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung (AHB) einen Ausschluss von Ansprüchen wegen Personenschäden, die aus der grobfahrlässigen oder vorsätzlichen Übertragung einer Krankheit des Versicherungsnehmers resultieren. Dieser Ausschluss betrifft dabei aber nicht die Unternehmen (Arbeitgeber), sondern vielmehr natürliche Personen (Arbeitnehmer), die bei reinen Vermögensschäden der dargestellten Art nicht Anspruchsgegner sind. Versicherungsschutz für diese Vermögensschäden könnte also bestehen.

Zu beachten ist jedoch, dass eine konkrete Entschädigung aus einem Haftpflichtversicherungsvertrag stets auch eine gesetzliche Haftung des Versicherungsnehmers voraussetzt. Andernfalls erfolgt die Abwehr unbegründeter Schadenersatzansprüche durch den Haftpflichtversicherer.

Kann ich meinen Spediteur für die Nichteinhaltung von zugesagten Lieferterminen und die hierdurch entstandenen Kosten haftbar halten?

Einer schriftlichen Erklärung des Absenders oder des Empfängers an den Spediteur, in der etwaige Ersatzansprüche geltend gemacht werden, spricht in einem ersten Schritt nichts entgegen. Ob hierdurch laufende Fristen wirksam gehemmt werden, hängt formaljuristisch von der Wirksamkeit der formulierten Haftbarhaltung selbst ab. Grundsätzlich stellt sich die Frage allerdings danach, ob der Spediteur für den eingetretenen Schaden überhaupt zu haften hat. Handelte es sich um ein unabwendbares Ereignis? Hätte der Schaden auch bei äußerster Sorgfalt des Spediteurs vermieden werden können? Dies gilt es unter Betrachtung der Sachlage im Einzelfall genau zu beurteilen. Zusammen mit unseren Kooperationspartnern im Transport- und Speditionsrecht unterstützen wir Sie gerne bei der Beurteilung der jeweiligen Fälle.

Welchen Versicherungsschutz benötige ich, um mich gegen ungerechtfertigte Maßnahmen der Behörde zu wehren?

Im Rahmen einer Firmen-Rechtsschutzversicherung ist Kostenschutz erhältlich, sofern Sie sich gegen Maßnahmen von Verwaltungsbehörden vor Verwaltungsgerichten zur Wehr setzen.

Kann ich Kosten durch eine Verzögerung der Seereise durch die aktuellen Maßnahmen zum Coronavirus bei meiner Waren-Transportversicherung geltend machen?

Grundsätzlich bietet die Waren-Transportversicherung Deckung für Schäden, die bei der Beförderung und Zwischenlagerung von Gütern entstehen können. Güterfolge- und Vermögensschäden werden hierunter zumeist ebenso mitversichert. Zu beachten gilt jedoch in der aktuellen Lage, dass in den meisten Bedingungswerken die Gefahren der Beschlagnahme, Entziehung oder sonstiger Eingriffe von hoher Hand (somit u.a. behördliche Eingriffe) leider ausgeschlossen.

Somit gilt es in der Einzelfallbetrachtung zu klären, welche Kostenpositionen genau aus welchem Grund anfallen und unter welchen Gesichtspunkten eine ggf. vorliegende Deckung für „reine Vermögensschäden“ greift.

Ich bin Aussteller bei einer Veranstaltung/Kongress/Messe. Diese wurde nun abgesagt. Wer ersetzt meine Kosten für die Vorbereitung, Hotel oder Flug?

Hierbei ist einerseits der Grund der Absage entscheidend, sowie die vereinbarten Messe- und Ausstellungsbedingungen. In den Fällen von „höherer Gewalt“ hängt es häufig zudem von der Kurzfristigkeit der Absage ab, ob oder welche Kostenanteile (z.B. Standmiete) überhaupt durch den Veranstalter erstattungspflichtig sind. Hat der Aussteller keinen Rechtsanspruch auf Teil-/Rückzahlung der Standmiete, muss er diese eigens tragen. Sonstige Vermögensschäden sind

in solchen Fällen in der Regel ebenso von der Ersatzpflicht ausgeschlossen. Somit tragen Aussteller ggf. Kosten, die nicht im Rahme der Haftung des Veranstalters gedeckt sind. Ein entsprechender Versicherungsschutz über eine erweiterte Ausstellungsversicherung kann somit einem finanziellen Verlust durch verfallene Standgelder und Transportkosten bei Messeausfällen vorbeugen. Zu beachten ist jedoch auch hier, dass der Deckungsschutz für behördlich angeordnete Messeabsagen häufig über die Allgemeinen Versicherungsbedingungen beschränkt ist.

Ich bin Veranstalter und habe mich entschieden, abzusagen. Kann ich nun in Anspruch genommen werden? Muss ich befürchten, Kosten der Aussteller tragen zu müssen?

Sicherlich kommt es in solchen Fällen immer darauf an, aus welchem Grund die Messe/Veranstaltung abgesagt wird und welche Messe- und Ausstellungsbedingungen mit den Ausstellern vereinbart wurden bzw. zu welchen Bedingungen die Aussteller eine Buchung vorgenommen haben. Häufig finden wir hier Klauseln, die eine Haftung des Veranstalters für unvorhergesehene Ereignisse, die eine planmäßige Abhaltung der Messe/Ausstellung unmöglich machen und nicht vom Veranstalter zu vertreten ist, ausschließen. Ob diese im Einzelfall rechtlich wirksam sind, gilt juristisch zu prüfen.

Deckt unsere Veranstaltungsausfallversicherung auch Kosten für Schäden aus präventiv abgesagten Events zur Reduzierung einer Ansteckungsgefahr bezüglich des Coronavirus?

In den meisten Bedingungswerken der Veranstaltungsausfallversicherung zählen Epidemien und Seuchen per se zu den nicht versicherten Gefahren. Zwar bieten einige Versicherer den Einschluss über Zusatzvereinbarungen an, allerdings in diesen Fällen unter Einberechnung eines entsprechenden Risikozuschlags. Bei neu zu installierenden Polizzen oder dem Wunsch nach einer erweiterten Deckungslösung zeigt sich der Versicherungsmarkt, wie erwartet, aktuell sehr risikoavers. Somit gilt im Einzelfall vorab zu prüfen, welchen Deckungsumfang die betroffene Versicherungspolizze vorsieht. Eine rein präventive Absage von Veranstaltungen führt im Regelfall nicht zu einem versicherten Schadenfall.

Ich habe eine Reise gebucht in ein Krisengebiet im Hinblick auf Corona. Ich möchte die Reise sicherheitshalber nicht antreten. Ersetzt eine Reiserücktrittsversicherung die Stornogebühren?

Eine abgeschlossene Reiserücktrittsversicherung deckt in aller Regel nur den Krankheitsfall vor Reiseantritt ab. Ein präventiver Rücktritt im Falle der Gefahr einer möglichen Ansteckung während der Reise, gilt in diesen Fällen nicht versichert. Ein möglicher Ansatzpunkt für die Erstattung etwaiger Kosten, kann sich dabei jedoch unter bestimmten Umständen aus dem Reisevertrag mit dem Veranstalter ergeben. Sollte demzufolge ein „unvermeidbarer, außergewöhnlichen Umstand“ vorliegen, kann der Reisende von einem Reisevertrag kostenfrei zurücktreten. Ob dies im vorliegenden Einzelfall zutrifft, gilt es juristisch zu prüfen.

Was muss ich beachten wenn ich ins Ausland reise? Habe ich Versicherungsschutz in meiner Krankenversicherung oder Auslandsreisekrankenversicherung?

Die Krankenkassen haben hier alle eigene Bedingungen und Kostensätze, daher ist es sinnvoll, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen.

Grundsätzlich gilt die Deckung der Auslandsreisekrankenversicherung für Fälle des Corona-Virus in gleichem Umfang wie für alle anderen Erkrankungen und Unfälle auch. Versicherungsfall – und damit über die Auslandsreisekrankenversicherung erstattungsfähig – ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Erkrankung oder Unfall und deren Folgen im Ausland. Der Versicherungsfall beginnt dabei mit der ärztlichen Feststellung der medizinischen Notwendigkeit einer Behandlung. Demnach werden - auch bei einer Corona-Erkrankung eines versicherten Mitarbeiters – die anfallenden Arzt- und/oder Krankenhauskosten (sowohl ambulant als auch stationär) für medizinisch notwendige Behandlungen übernommen. Weitere Kosten, z.B. für Aufwendungen aufgrund einer Anordnung von Quarantäne bzw. Ausfall von Mitarbeitern o.ä. sind nicht Gegenstand der Auslandsreisekrankenversicherung.

Ausgabe 2 - März 2020

Ausgabe 02 März 2020

Sonderausgabe notare in Kärnten

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