Schlüsselrolle für den Klimaschutz

BKS Bank-Vorsitzende Herta Stockbauer über den Beitrag der Banken zu Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und Klimaschutz sowie die Chancen für klimafreundliches wirtschaften in Kärnten.

Foto: Mag. Dr. Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende BKS Bank Foto: BKS/Arnold Poeschl

Der Klimawandel ist schlagartig in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Hat sich das auch auf den Finanzsektor ausgewirkt?

Die EU hat 2018 den „Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ präsentiert, der sich an die Finanzbranche wendet. Auch im Green Deal haben Banken eine Schlüsselrolle. Beides führt dazu, dass auch Banken, die bisher der Nachhaltigkeit wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, sich nun ganz konkret mit dem Klimawandel beschäftigen.

Wie können Banken und Finanzinstitute zum Klimaschutz beitragen?

Die BKS Bank vergibt beispielsweise Finanzierungen mit nachhaltigem Verwendungszweck und bietet ökologisch nachhaltige Veranlagungs- und Sparprodukte an. Seit 2012 konnten wir unseren CO₂-Ausstoss um 54 % reduzieren. Wir betreiben mittlerweile zwei Photovoltaikanlagen, ersetzen Videokonferenzen durch Dienstreisen, fahren mehr mit der Bahn und ersetzen in unserem Fuhrpark Dieselfahrzeuge durch Hybridautos, um nur ein paar Beispiele unserer Aktivitäten zu nennen.

Was sind ihre persönlichen Motive, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung in Ihrem Unternehmen umzusetzen?

Wenn es uns nicht gelingt, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens umzusetzen, werden unsere Kinder und Enkel auch in unseren Breiten die Folgen gravierend spüren. Ich möchte ihnen dann guten Gewissens sagen können: „Ich habe alles, was in meiner Macht stand getan, um die Umwelt zu schützen.“

Wie schätzen Sie die Chancen für ein nachhaltiges und klimafreundliches wirtschaften in Kärnten ein?

Wo sehen Sie mögliche Risiken, was gibt Anlass zur Zuversicht? Sehr gut. Denn in Kärnten gibt es sehr viele Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften. Jedes Unternehmen sollte aber analysieren, ob es direkt oder indirekt über die Wertschöpfungskette vom Klimawandel betroffen sein wird. Noch ist ausreichend Zeit, sein Geschäftsmodell entsprechend anzupassen. Die Bundesförderstellen bieten viele Förderprogramme für klimafreundliche Investitionen. Wir laden Unternehmer gerne ein, sich bei uns dazu beraten zu lassen.

Wird der von der EU angekündigte „Green Deal“ die Erwartungen erfüllen können, die damit verknüpft werden?

Die Umsetzung wird eine große Herausforderung. Die Ausgangsvoraussetzungen sind ganz unterschiedlich. So wird der Ausstieg aus Kohle in manchen Ländern schwer zu bewältigen sein und das Thema Atomstrom sehr kontrovers diskutiert werden. Die EU muss hier kluge Programme schaffen. Auf der einen Seite muss sie diesen Ländern realistische Szenarien eröffnen, ohne dass es kalt wird im Wohnzimmer. Auf der anderen Seite darf sie Ländern, die schon weiter sind, nicht das Gefühl geben, dass sie die Zeche zahlen müssen. |

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