Zukunftsthema Klimawandel

Mehr Bewusstsein für den Wert der Landwirtschaft und für regionale Produkte fordert Landwirtschaftskammerpräsident, Ing. Johann Mößler, auch als eine Antwort auf den Klimawandel.

Präsidenten der Kärntner Landwirtschaftskammer, Ing. Johann Mößler Foto: Paul Gruber

Was waren 2019 die größten Probleme für die Landwirtschaft?

Klimawandel mit seinen Folgen stellt uns vor massive Herausforderungen. Die Werkstätte der Bauern ist die freie Natur, daher spüren sie die Auswirkungen der Klimaveränderung ganz unmittelbar. Das sind die Dürre und der Regen, der zu früh, zu spät oder in solchen Mengen kommt, dass er ärgste Schäden verursacht. Das geänderte Klima ist das größte Zukunftsthema für die Land- und Forstwirtschaft.

Welche Probleme sehen Sie sonst noch?

Die Gesellschaft möchte bei der landwirtschaftlichen Produktion immer mehr mitreden. Es ist gut, dass Konsumenten ihre Wünsche äußern. Und wir Bauern haben an Umweltthemen, Naturschutz und dem Tierwohl auch größtes Interesse. Aber es muss den Menschen bewusst sein, dass das etwas kostet. Wir können die höheren Produktionskosten auf unsere Schultern nehmen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

In der Geflügelhaltung sind die Bestimmungen in Österreich viel strenger als in anderen Ländern. Wenn man pro Huhn mehr Platz zur Verfügung stellen muss, erhöht das nicht nur das Tierwohl, sondern auch die Produktionskosten. Wenn die Konsumenten im Supermarkt dann trotzdem dem importierten Billig-Huhn aus Massentierhaltung den Vorzug geben, müssen heimische Bauern das Handtuch werfen, weil sie auf ihren Produkten sitzen bleiben.

Was wünschen Sie sich für die Bauern?

Mehr Wertschätzung für unsere Form der naturnahen, bäuerlichen Land- und Forstwirtschaft, die sich in der Kaufentscheidung für heimische Lebensmittel zeigt. Und wenn man außer Haus isst, zu fragen wo die Lebensmittel herkommen, die man serviert bekommt. Es zahlt sich aus zu fragen. Denn regionale Rohstoffe bedeuten kurze Wege und niedrige Transportkosten!

Und die heimischen Bauern produzieren auch klimafreundlicher als große Betriebe in Übersee

Am Beispiel Rindfleisch wird das besonders deutlich: In Südamerika verursacht die Produktion von einem Kilo Rindfleisch 80 Kilo CO2, in Österreich sind es 14 Kilo, der EU-Schnitt liegt bei 22 Kilo CO2. An diesen Zahlen erkennt man, wie nachhaltig und naturnahe wir Bauern arbeiten. Ich verstehe die Jugend, die sich zu Wort meldet und sich für den Klimaschutz einsetzt. Aber die Antwort in Punkto Ernährung sollte nicht die Antwort sein: „Ich esse kein Fleisch mehr“, sondern „Ich nur noch heimisches Fleisch.“

Gibt es bereits Anzeichen für ein stärkeres Bewusstsein für regionale Lebensmittel?

Ein sehr positives Signal in diesem Jahr war der Beschluss der Regional-Charta. Darin hat sich die öffentliche Hand selbst verpflichtet, nach festgelegten Kriterien heimischen Lebensmitteln den Vorzug zu geben hat. Jetzt geht es in die Umsetzung und wir hoffen, dass dies positive Effekte haben wird. Jedes Jahr hören in Kärnten 1 bis 1,5 Prozent der bäuerlichen Betriebe auf, weil sich für sie die Bewirtschaftung nicht mehr rentiert. Das hat langfristig auch Auswirkungen auf unsere Kulturlandschaft und unser lebenswertes Kärnten. |

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