Diakonie de La Tour eröffnet moderne Wohn- und Tagesstruktur für Menschen im Autismus-Spektrum in Waiern/Feldkirchen

962
Die Geschäftsführung der Diakonie de La Tour bei der Eröffnung der Einrichtung Staberweg. v.l.n.r. Mag. Walter Pansi, Wirtschaftsdirektor; Pfarrer Mag. Dr. Hubert Stotter, Rektor; Christiane Dobernig, Bereichsleitung Leben mit Assistenz:intensiv und Autismusexpertin; MMag. Susanne Prentner-Vitek, Personaldirektorin.

Am 25. Juni 2019 eröffnet die Diakonie de La Tour die neue Einrichtung „Staberweg“ für Menschen im Autismus-Spektrum. Das Investitionsvolumen beträgt 5 Millionen Euro.

Am Gelände des ehemaligen „Staberhofes“ in Waiern hat die Diakonie de La Tour in den letzten Monaten eine moderne Einrichtung für Menschen im Autismus-Spektrum errichtet. Entstanden sind ein Wohngebäude mit kleinen Wohngruppen für jeweils maximal vier Personen sowie ein Gebäude für tagesstrukturierende Angebote. Zukünftig werden 21 Klientinnen und Klienten am Staberweg begleitet

„In den letzten Jahren haben wir viel Kompetenz und Wissen in der Begleitung von Menschen im Autismus-Spektrum gewonnen und diese nunmehr in die Planung der neuen Einrichtung eingebracht“ freut sich Pfarrer Mag. Dr. Hubert Stotter, Rektor der Diakonie de La Tour. „Unsere Architekten haben in direkter Absprache mit den Verantwortlichen aus dem Bereich Menschen mit Behinderungen Ideen entwickelt und baulich umgesetzt. Mit dieser Einrichtung können in der Tat neue Wege in der Begleitung von Menschen im Autismus-Spektrum beschritten werden“, so Stotter.

„Innerhalb des Autismus-Spektrums gibt es unterschiedlichste Symptome und Ausprägungen. Es braucht unterschiedliche und sehr individuelle Betreuungskonzepte, die in größeren Gruppen nicht umsetzbar sind“ erklärt Christiane Dobernig, Bereichsleiterin und Autismus-Expertin der Diakonie de La Tour. „Die Einrichtung am Staberweg bietet daher nur kleine, getrennte Wohneinheiten für bis zu vier Personen. So werden soziale Stressoren reduziert und eine individuellere Begleitung ermöglicht. Und ein ganz wichtiger Wunsch der Klientinnen und Klienten ging nun auch in Erfüllung: Jede und jeder hat ein eigenes Bad.“

Neben dem Wohnbereich wurde auch ein Gebäude für tagesstrukturierende Angebote errichtet. Kleinere Gemeinschaftsräume, Therapieräume, Räume zur basalen Stimulation und Räume für Rückzugsmöglichkeiten und Einzelförderung stehen zur Verfügung. Hier werden zukünftig auch Klientinnen und Klienten, die nicht am Staberweg wohnen, tagsüber betreut.

Wohnbereich und Tagesstrukturbereich sind ganz bewusst baulich anders gestaltet, damit auch optisch eine Trennung zwischen den beiden Bereichen wahrnehmbar ist. „Dies gibt den Menschen das Gefühl, tagsüber woanders zu sein. So, wie wenn sie in der Arbeit wären“, führt Dobernig aus.

„Ermöglicht wurde das Bauprojekt durch die Unterstützung des Landes Kärnten mittels eines Sozialbaudarlehens“, erklärt der Rektor. „Dafür möchten wir uns beim Land Kärnten ganz besonders bedanken.“

Die Bauzeit betrug rund 13 Monate, circa 5 Millionen Euro wurden in den 2.300 m2 großen Bau investiert, in dem auch Büroräumlichkeiten ihren Platz finden werden. Der Name der neuen Diakonie-Einrichtung erinnert an den alten „Staberhof“, der bautechnisch so desolat war, dass er 2013 abgerissen werden musste. Mit der Eröffnung wird dank Unterstützung des Historikers Dr. Hans Neuhold und des Obmanns der Dorfgemeinschaft Waiern, Gernot Stöger, gut sichtbar und straßenseitig ein historisches Ziegelfenster des früheren Stadels seinen Platz finden, welches an den alten Staberhof – die ehemalige Landwirtschaft der Diakonie Waiern und spätere Heimat der Dorfgemeinschaft Waiern – erinnern soll.

Als Ehrengäste bei der Eröffnung: v.l.n.r.: Vizebürgermeister Karl Lang, LR Mag. Sebastian Schuschnig, Superintendent Mag. Manfred Sauer, LHStv. Dr. Beate Prettner, Rektor Mag. Dr. Hubert Stotter, Andreas Gressl (Klient), Christiane Dobernig Bereichsleitung Leben mit Assistenz:intensiv und Autismusexpertin, Pfarrer Martin Müller, Bürgermeister Martin Treffner, Vizebürgermeister Siegfried Huber

Durch den Umzug der Klientinnen und Klienten in die neue Einrichtung am Staberweg wird deren bisheriges Wohnhaus, das „Köraus“ am Kneippweg, frei. Doch lange wird es dort keinen Leerstand geben: Auch diese Einrichtung wird umgebaut, um für Menschen mit Mehrfachbehinderungen und hohem Pflegebedarf eine ihren Bedürfnissen entsprechende Einrichtung zu schaffen.

Fotos © Diakonie de La Tour

Die Diakonie de La Tour ist mit mehr als 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und rund 90 Einrichtungen in Kärnten, Osttirol und der Steiermark eine der größten Sozial-, Gesundheits- und Bildungsorganisationen im Süden Österreichs.

Mehr als 10.000 Menschen werden stationär und mobil von der Diakonie de La Tour betreut, darunter Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen, Menschen mit Behinderungen und mit Assistenzbedarf, Kinder, Schülerinnen und Schüler, Menschen mit Erkrankungen und Suchtproblematiken, Menschen im Alter sowie Menschen auf der Flucht. Soziales Engagement, orientiert an christlichen Werten, wird bei uns seit über 145 Jahren gelebt.

Die Diakonie de La Tour ist Mitglied der Diakonie Österreich, einem der fünf großen Wohlfahrtsverbände in Österreich.