Wirtschaft

Diversitätsmanagement und Frauenförderung im internationalen Vergleich

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Eine aktuelle Studie von WU-Professor Michael Müller-Camen, Leiter des Instituts für Personalmanagement an der WU, zeigt, dass sich die Zugänge zu Diversitätsmanagement und Frauenförderung im internationalen Vergleich als sehr unterschiedlich erweisen.

Mit dem steigenden Bewusstsein der Unternehmen für ihre ökologische und soziale Verantwortung, wächst auch das Aufgabengebiet und der Wirkungsbereich der Personalabteilungen. Eine Studie von WU-Professor Michael Müller-Camen macht deutlich, dass die Schwerpunkte im nachhaltigen Personalmanagement sehr unterschiedlich gesetzt werden.

Für Unternehmen zählt das Diversitätsmanagement heute zu den wesentlichen Erfolgsstrategien. Festgehalten wird das Engagement von Personalabteilungen für ein nachhaltiges Diversitätsmanagement im Nachhaltigkeitsbericht. Um die unternehmerischen Daten und Initiativen besser vergleichen zu können, wurden in diesem Bereich internationale Standards entwickelt. Trotz dieser Standards zeigt sich vor allem die Interpretation von Frauenförderung in den Nachhaltigkeitsberichten im internationalen Vergleich facettenreich. WU-Professor Michael Müller-Camen untersuchte in einem gemeinsamen Projekt mit Kolleginnen vom Institut für Gender und Diversität in Organisationen die Unterschiede und Ähnlichkeiten von Nachhaltigkeitsberichten der USA, Deutschlands, Chinas und Japans im Bereich des Personalmanagements. Für bessere Vergleichbarkeit wurden als Datenbasis die Berichte der nach Forbes Global 2000 größten Banken dieser Länder herangezogen.

„In den USA liegt der Ursprung des Diversitätsmanagements, demnach verwundert es nicht, dass dessen Implementierung sehr ausgereift ist. Spannend sind allerdings die zahlreichen einzelnen Dimensionen. Neben Geschlecht, Ethnizität, Hautfarbe und sexueller Orientierung spielt auch beispielsweise der Veteranenstatus eine Rolle“, erklärt Müller-Camen. Während amerikanische Banken demnach ihre patriotische Haltung zum Ausdruck bringen, wird in den Banken Deutschlands und Japans der Fokus auf die Erhöhung des Frauenanteils im Management gesetzt. Die sexuelle Orientierung spielt nur in Deutschland und den USA eine Rolle. In Nachhaltigkeitsberichten japanischer und chinesischer Banken wird dieser Faktor nicht erwähnt. Ein Grund dafür könnte möglicherweise sein, dass die sexuelle Orientierung hier als Tabuthema gilt. Dass die Schwerpunktsetzung so unterschiedlich ist, liegt laut Müller-Camen mit der historischen Entwicklung des jeweiligen Landes, der Gesetzeslage und aber auch mit der Zusammensetzung der Bevölkerung zusammen.

In den Nachhaltigkeitsberichten aller Banken der Untersuchungsländer berücksichtig, wird die Frauenförderung. Jedoch gibt es auch hier Unterschiede. „Viele Themen wie beispielsweise der Begriff Frauenförderung klingen in Nachhaltigkeitsberichten im ersten Moment gleich, die Untersuchung zeigt allerdings deutliche internationale, kulturelle Unterschiede“, so Müller-Camen. So geht es etwa in den USA, Deutschland und Japan insbesondere um Karriereförderung durch Weiterbildung, Netzwerke und Coaching, während China einen gegensätzlichen Zugang wählt. Hier liegt der Fokus auf sehr genderstereotypen Aktivitäten, wie etwa auf der Durchführung einer Modenschau oder Kochkurse nur für Frauen.

 

Fotocredit: 2014 BOANET.AT

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