Ein Zuhause zum Wohlfühlen

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KommR Otto Scheiflinger, geschäftsführender Gesellschafter der „Wie daham...“ Senioren und Pflegezentren

Dafür steht der Name „Wie daham…“. KommR Otto Scheiflinger, geschäftsführender Gesellschafter von österreichweit zehn Senioren- und Pflegezentren, erzählt im Interview, was ihm persönlich wichtig ist, warum Demenz auch emotionale Kompetenzen verlangt und welche Visionen er für die Zukunft hat.

Herr Scheiflinger, wo sind die Anfänge Ihrer Senioren- und Pflegezentren und wo stehen Sie jetzt?

Otto Scheiflinger: Unser erstes Haus, der „Wie daham…“ Generationenpark Welzenegg, wurde 1993 eröffnet. Seither ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen und umfasst derzeit zehn Häuser in drei Bundesländern. An unseren drei Standorten in Kärnten sowie an den sieben weiteren in der Steiermark und Wien werden 1.200 Bewohner von 950 Mitarbeitern einfühlsam umsorgt.

Zur Kernkompetenz Demenz – wie sieht es mit der Entwicklung dahingehend aus?

Die Prognosen untermauern die Bedeutung von entsprechenden Aus- und Weiterbildungen. Als Vorreiter auf dem Gebiet der Validationsausbildung haben wir inzwischen in jedem unserer Häuser speziell geschulte Mitarbeiter, die sich nicht nur durch ihr Fachwissen auszeichnen, sondern den ihnen Anvertrauten insbesondere mit emotionaler Kompetenz begegnen. Für uns steht immer der Mensch im Vordergrund.

Was ist das Besondere an „Wie daham…“?

Der Name ist Programm. Es geht um die Betreuungsqualität, die wir anbieten. Es gab einmal einen Bewohner, der auf den Rollstuhl angewiesen war. Wollte er eine Runde mit seinem Ford Mustang, der auf dem Parkplatz vor dem Pflegezentrum stand, drehen, brachten ihn die Mitarbeiter hin und holten ihn auch wieder ab. Dass seine Situation nicht einfach für ihn war, ließ er auch die Mitarbeiter des Öfteren spüren. Während eines Reha-Aufenthaltes dürfte ihm bewusstgeworden sein, in was für einem herzlichen Umfeld und in welch tollen Händen er bei uns ist, denn nach seiner Rückkehr fuhr er mit seinem Rollstuhl auf mich zu und rief: „Gott sei Dank bin i wieder daham.“ Bei uns finden Senioren ein liebevolles Zuhause, das ihnen ein Gefühl von Heimat, Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Neben höchster Pflegequalität genießen sie eine unvergleichliche Wohnatmosphäre sowie ein vielfältiges Animations- und Freizeitangebot.

Wir haben jetzt sehr viel über das Heimelige gesprochen. Über das Zuhause fühlen. Wie sieht es denn mit dem leiblichen Wohl der „Wie daham…“-Bewohner aus?

Es gibt einen abwechslungsreichen Speiseplan, der auf die Ernährungsbedürfnisse und Vorlieben der Senioren abgestimmt ist. Bei zwei bis drei zur Auswahl stehenden Menüs ist garantiert für jeden Geschmack das Richtige dabei. Darüber hinaus findet regelmäßig ein Austausch von Küchenchefs, Haus- und Pflegedienstleitungen sowie den Bewohnern statt, in dem über das kulinarische Angebot gesprochen wird. In jedem Bundesland gibt es eine zentrale Küche, von der aus die jeweiligen Einrichtungen beliefert werden. Im Stadtgebiet von Klagenfurt sowie in Judenburg und Zeltweg bieten wir auch „Essen auf Rädern“ an.

Wohin führt die Zukunft in der Pflege?

Grundsätzlich wird uns die steigende Zahl an Demenzkranken in den nächsten Jahren vermehrt beschäftigen. In Kärnten und der Steiermark beträgt die Erkrankungsrate bereits 60 Prozent, noch dramatischer sieht es in Wien aus – da liegt die Rate bei 80 Prozent. Wir versuchen, Entwicklungen zu spüren und noch mehr Spezialisten für die Demenzbetreuung auszubilden. Uns ist es wichtig, dass Erkrankte kompetent betreut und in das Alltagsgeschehen miteinbezogen werden. Es gilt, sie nicht auszuschließen, sondern zu integrieren. Seit dem Jahr 2000 gibt es bei uns in Welzenegg einen Kindergarten, von dem alle profitieren. Groß und Klein unter einem Dach: Das ist ein wunderbares Erlebnis für beide Generationen.

Ist diese Idee auch bereits woanders umgesetzt worden?

Ja, nach diesem Vorbild wurde auch in Zeltweg ein Generationenpark realisiert, in dem das Miteinander von Alt und Jung forciert wird. Durch die tolle Zusammenarbeit mit der an das Grundstück angrenzenden Höheren Technischen Lehranstalt und dem nebenan gelegenen Kindergarten stehen auch hier generationenverbindende Aktivitäten auf der Tagesordnung. Ein im wahrsten Sinne des Wortes „gedeihliches“ Projekt wurde in Kooperation mit den Schülern der HTL umgesetzt, die für uns im Unterricht zwei Hochbeete gefertigt haben. Die Freude an der Natur sowie an gemeinsam verbrachter Zeit wird unseren Bewohnern in der schönen Gartenanlage auch durch Bäume vermittelt, die von den Mädchen und Buben des benachbarten Kindergartens im Rahmen der Eröffnungsfeier gepflanzt wurden. Wenn die kleinen Gäste nun in den Generationenpark kommen, um nach diesen zu sehen, ergeben sich immer wieder Begegnungen mit den Senioren. Der Dialog der Generationen wird fortgeführt werden, da die Kinder auch in Zukunft eingeladen sind, ihre Bäume jederzeit zu besuchen, um mitzuerleben, wie diese – parallel zu ihrem eigenen Heranwachsen – größer und älter werden!

 

Fotocredit:

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