Equal Pay Day 2018 Kärnten: Lohnschere schließt sich nur langsam

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Landesrätin Sarah Schaar

LR.in Schaar: Lohnschere hat sich zwar verkleinert, ist aber immer noch um knapp 20 Prozent zu groß – Ab 21. Oktober arbeiten vollzeitbeschäftigte Frauen in Kärnten statistisch gesehen 72 Tage lang gratis.

Am Sonntag, 21. Oktober, ist Kärntens Equal Pay Day. Der Tag, an dem vollzeitbeschäftigte Männer in Kärnten bereits jenes Jahreseinkommen erreicht haben, für das vollzeitbeschäftige Frauen noch bis Jahresende arbeiten. Anders ausgedrückt: Statistisch gesehen arbeiten vollzeitbeschäftigte Kärntnerinnen und Kärntner ab Sonntag bis Jahresende 72 Tage lang gratis. „Die Lohnschere hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent verkleinert. Trotzdem ist das kein Grund, sich zurückzulehnen. Der Gender Pay Gap liegt immer noch bei 19,6 Prozent, österreichweit sogar bei 19,9 Prozent. Von Einkommensgerechtigkeit sind wir also noch ein großes Stück entfernt“, betont Frauenreferentin LR.in Sara Schaar heute, Dienstag. Innerhalb Kärntens lassen die ausgewiesenen Bezirkszahlen ein West-Ost-Gefälle erkennen. Spittal/Drau und Villach Land weisen die höchsten Einkommensunterschiede auf, die es zu verringern gilt.

Am Equal Pay Day, dem „Tag für gleiche Bezahlung“, werde international auf das Thema der bestehenden Einkommensunterschiede, den Gender Pay Gap, aufmerksam gemacht. Die Ursachen würden sich auf unterschiedliche Faktoren zurückführen lassen: Berufswahl, Branche, Alter etc. Ein entscheidender Faktor werde bei Erwerbsunterbrechungen sowie Teilzeitarbeit verortet. „Die unbezahlte Familien- und Hausarbeit leisten immer noch hauptsächlich Frauen, wodurch sie auch weit häufiger als Männer ihr Erwerbsleben unterbrechen oder in Teilzeit arbeiten“, erklärt Frauen- und Gleichbehandlungsbeauftrage Martina Gabriel.

Neben der gerechten Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit durch die Schaffung ausreichender Kinderbetreuungsangebote, die sich mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbaren lassen würden, hält Schaar Lohntransparenz für notwendig. Denn auch nach Berücksichtigung der Faktoren Vollzeit, Teilzeit, Branche, Alter, etc. bleibe ein Rest an Einkommensdifferenz, der nicht durch diese Faktoren erklärt werden könne. „Frauen sind bei Gehaltsverhandlungen oft zurückhaltend und zu wenig selbstbewusst. Da gilt es, anzusetzen und Frauen zu ermutigen, sich nicht unter ihrem Wert zu verkaufen“, so die Frauenreferentin. „Um Einkommensunterschieden entgegenzuwirken, ist vollständige Lohntransparenz das wirksamste Mittel“, sagt Schaar.

Wie wichtig das Thema ist, zeigt das Referat für Frauen und Gleichbehandlung auch mit der Wahl ihres Jahresschwerpunkts 2019: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit.

Der Equal Pay Day Österreich ist am 20. Oktober 2018, in Kärnten am 21. Oktober 2018 (damit ist Kärnten um einen Tag „besser“ als der Österreich-Schnitt). Dieser Tag basiert auf durchschnittlichen Jahres-Bruttobezügen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ganzjährigen Bezügen und unselbstständiger Vollzeitbeschäftigung. Über die letzten Jahre hat sich der Equal Pay Day stets um einige Tage verbessert. Jedoch gab es auch schon Jahre, in welchen er stagnierte, wie zum Beispiel 2016.

Foto: © Amt der Kärntner Landesregierung

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