„Es geht aufwärts, keine Frage“

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Fotorechte: ©fritzpress / PK "Gemeinsam Kärnten stärken" mit LH Dr. Peter Kaiser und Präs. Jürgen Mandl, MBA

Mit der „Kärntner Wirtschaftsoffensive“ will WK-Präsident Jürgen Mandl die Investitionen der Kärntner Betriebe beleben. Erste Erfolge sind sichtbar: Die Stimmung der Unternehmer steigt.

advantage: Die Landesregierung hat sich vorgenommen, Kärnten zum unternehmerfreundlichsten Bundesland Österreichs zu machen. Wie weit ist man inzwischen gekommen? Jürgen Mandl: Wir sind auf einem guten Weg. Erst kürzlich habe ich mit Landeshauptmann Peter Kaiser einige ganz wichtige Schritte für weniger Bürokratie für die Betriebe in Kärnten vorgestellt. Hier ist es uns nach langwierigen, aber letztlich konstruktiven Verhandlungen mit den Beamten gelungen, einschneidende Verbesserungen zu erzielen, vor allem bei den Betriebsanlagengenehmigungen.

Das wird in Zukunft deutlich schneller und einfacher abgehandelt. Ich bin dem Landeshauptmann sehr dankbar, dass er sich durchaus auch persönlich eingebracht hat, um hier zu Lösungen zu kommen. Unsere jahrelange Arbeit unter dem Motto „Schluss mit Schikanen“ vom „Schwarzbuch Bürokratie“ bis hin zu Aufsehen erregenden Kampagnen hat sich für die Betriebe bezahlt gemacht.

advantage: Sie haben eine „Kärntner Wirtschaftsoffensive“ ausgerufen. Was sind die Eckpfeiler? Jürgen Mandl: Man muss sehen, dass in Kärnten in den vergangenen vier Jahren wirtschaftlich nicht viel weitergegangen ist.

Das Bruttoregionalprodukt, also die Wirtschaftsleistung des Landes, hat stagniert, war sogar leicht rückläufig. Schauen Sie sich die KWF-Bilanz 2015 an: Das Investitionsvolumen in Kärnten ist im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen Jahre um knapp 70 % gesunken. Jetzt können wir weiter durch das Jammertal wandern und Schuldige suchen bei der Konjunktur, bei der Bürokratie oder beim Wetter – oder wir fragen uns: Was tun wir selber? Begonnen haben wir mit der Kärntner Investitionsplattform, einem in dieser Form österreichweit einzigartigen Projekt, bei dem sich online Kärntner mit Ideen und Kärntner mit Geld finden.

Die Wirtschaftskammer stellt sozusagen die sicheren Rahmenbedingungen zur Verfügung, damit sich niemand um Diskretion oder auch den Schutz seines geistigen Eigentums Sorgen machen muss. Ich war nach den vielen persönlichen Gesprächen mit so gut wie allen namhaften Kärntner Investoren selbstverständlich optimistisch, dass dieses Angebot angenommen wird, aber der Zuspruch hat meine kühnsten Erwartungen weit übertroffen – nicht nur, was die Ideen und Innovationen anlangt, die mittlerweile auf der Plattform Kapitalgeber suchen, sondern auch das große Interesse der potentiellen Geldgeber hat mich überrascht.

advantage: Was tun Sie noch, um die Investitionsbereitschaft zu erhöhen? Jürgen Mandl: Wir tun im Land, was wir können, um Kärnten wieder stärker zu machen. Und wir haben es geschafft, den Bund an Bord zu holen: Wir haben ein Maßnahmenpaket mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner geschnürt, um den Aufholprozess Kärntens zu unterstützen. Das Kernstück ist die Investitionszuwachsprämie, die der Bund mit 3,5 Millionen Euro unterstützt.

Das wird in Summe Investitionen von etwa 80 Millionen Euro auslösen – und das bedeutet wieder mehr Arbeitsplätze und mehr Einkommen. Denn eines muss uns klar sein: Das Problem der Arbeitslosigkeit können ausschließlich die Unternehmer lösen, die gründen oder investieren – nicht das Arbeitsamt und auch nicht die Politik. Die muss schauen, dass die Rahmenbedingungen für die Betriebe passen. Ein weiterer Punkt, für den ich Vizekanzler Mitterlehner sehr dankbar bin, ist der künftige „Maker Space“ in der Postgarage, eine Innovationswerkstätte, in der Unternehmen die Prototypenentwicklung vorantreiben können. Das Wirtschaftsministerium plant östereichweit drei solche Projekte, die jeweils mit einer Million Euro unterstützt werden. Hier rechnen wir uns gute Chancen aus. Und eine ganz wichtige Rolle wird natürlich auch der KWF spielen, mit dem wir derzeit über neue Calls, also Förderprogramme verhandeln.

advantage: Trotz all dieser Initiativen hat man dennoch den Eindruck, die Stimmung ist im Keller. Jürgen Mandl: Ich habe da ein ganz anderes Gefühl. Erst kürzlich haben wir die Exportzahlen des vergangenen Jahres vorgestellt: Da hat Kärnten erstmals die Schallmauer von sieben Milliarden Euro bei den Warenexporten durchbrochen. Beim Überschuss in der Außenhandelsbilanz stehen wir an vierter Stelle in Österreich – das kann sich sehen lassen. Noch dazu, wo unsere 2500 Kärntner Exporteure mit dem harten internationalen Wettbewerb und gravierenden Veränderungen bei den traditionellen Exportmärkten zu kämpfen hatten. Mein Gespür, dass Kärnten wieder Fahrt aufnimmt, wird auch von einer aktuellen Konjunkturumfrage bestätigt: Die Stimmung der Unternehmer und ihre Zukunftseinschätzung haben sich seit einigen Wochen deutlich ins Positive gedreht. Es geht aufwärts, gar keine Frage.

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