Wirtschaft

EU-Projekt „STEVE“ erforscht neue Elektro-Mobilitätslösungen für umweltfreundlichen Stadtverkehr

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Villachs Vizebürgermeisterin Petra Oberrauner, Infineon-Finanzvorstand Oliver Heinrich, Projektleiter Marco Ottella und Lou Tik, General Manger JAC Italy Design Center

Unter der Leitung von Infineon Technologies Austria startete gestern das europäische Forschungsprojekt „STEVE“ (Smart-Taylored L-category Electric Vehicle demonstration in hEterogeneous urban use-cases) mit einem Kick Off-Meeting in Villach. Dabei forschen 21 Partner aus sieben Ländern in den nächsten drei Jahren an Mobilitätslösungen rund um Elektro-Leichtfahrzeuge (EL-Vs) und Elektro-Bikes für Städte mittlerer Größe.

Den Zuschlag als Testregionen für das Projekt mit einem Volumen von insgesamt 9,5 Millionen EUR erhielten Villach (Österreich), Turin und Venaria (Italien) sowie Calvià (Spanien). Die Ergebnisse werden in Handlungsanleitungen der Europäischen Kommission für nachhaltige urbane Mobilitätskonzepte einfließen. Petra Oberrauner, Vizebürgermeisterin der Stadt Villach und Referentin für europäische Kooperation: „Villach bestätigt als Partner dieses EU-Projektes seinen eingeschlagenen Weg in Richtung Smart City. Als eine der Testregionen wirken wir so an der Definition zukünftiger Standards im städtischen Verkehr mit. Die Bedürfnisse der Bevölkerung, die aktiv eingebunden wird, sowie das Know-how von lokalen Partnern fließen direkt in die Forschungsergebnisse mit ein. Damit zeigt Villach einmal mehr seine Stärke als Technologiestandort.“

 

Zukunftsfähige Mobilität

Schon heute leben über 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten – diese Zahl wird noch weiter steigen. Entsprechend hoch sind Verkehrsaufkommen, Staus und Parkplatzprobleme, die eine hohe Umweltbelastung zur Folge haben. Oliver Heinrich, Finanzvorstand der Infineon Technologies Austria AG: „Zukunftsfähige Mobilität ist eine der zentralen Herausforderungen der Gegenwart. Infineon Austria unterstützt mit seinen Technologien im Bereich der Energieeffizienz, Sicherheit und Mobilität die Weiterentwicklung von E-Leichtfahrzeugen als eine Möglichkeit, den urbanen Verkehr und seine Folgeerscheinungen für die Umwelt nachhaltig zu minimieren. Als Koordinatoren von zahlreichen EU-Forschungsprojekten bringen wir zudem umfassendes Know-how in die Organisation solcher Public Private Partnership-Programme ein.“

E-Leichtfahrzeuge als attraktive und nachhaltige Verkehrsmittel etablieren

Unter dem Schlagwort „Elektromobilität als Service“ stellt das EU-Forschungsprojekt E-Leichtfahrzeuge (mit zwei bis vier Rädern) und deren Integration in den städtischen Verkehr in den Mittelpunkt. Einwohner und Touristen als Nutzer sowie lokale Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette als Geschäftspartner z.B.  für Ladeinfrastruktur oder Car-Sharing-Modelle profitieren gleichermaßen. Diese Fahrzeuge sind unter anderem platzsparender beim Parken sowie im Verkehr und tragen zur CO2– und Lärm-Reduktion bei. Sie sind daher eine gute Alternative zum herkömmlichen Individual-PKW, um das steigende Verkehrsaufkommen zu entlasten.

Mensch im Mittelpunkt

Um die Attraktivität von E-Leichtfahrzeugen zu erhöhen und Vorurteile hinsichtlich Sicherheit, Komfort oder Performance abzubauen, steht die Erfassung der Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt. Mithilfe der gesammelten Daten wird im Rahmen von „STEVE“ eine neue, kostengünstige Generation von EL-Vs entwickelt sowie die entsprechende Markteinführung geplant. Ein großes Ziel ist es, einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Durch das Testen von Fahrzeugen am neuesten Stand der Technik sowie eine breite Verfügbarkeit sollen EL-Vs und E-Bikes von der Bevölkerung als eine wirkliche Transportalternative im urbanen Umfeld wahrgenommen werden. Der Projektpartner JAC, ein Unternehmen aus Turin, arbeitet an E-Leichtfahrzeugen, die im Rahmen von „STEVE“ weiterentwickelt und ab 2018  serienmäßig produziert werden sollen. Lou Tik, General Manager JAC Italy Design Center: „JAC stellt in Villach, Turin und Venaria 12 elektrische Leichtfahrzeuge für Testfahrten zur Verfügung. Im Rahmen von Car-Sharing können diese elektrischen Leichtfahrzeuge Fahrzeiten verkürzen sowie den Energieverbrauch senken. Zudem sind sie wendiger und  benötigen weniger Platz beim Parken. Wir werden die elektrifizierten Fahrzeuge in der Testphase ausgehend vom Feedback, das wir von den Testfahrern erhalten, weiter verbessern.“ (Foto Designstudie anbei, Achtung: nicht finales Design) In Villach wird zudem an einem E-Bike-Sharing-Modell gearbeitet.

Ziele von STEVE

„STEVE“ bringt Städte, Industrieunternehmen, KMUs sowie Forschungseinrichtungen zusammen, um die Integration dieser Transportlösung voranzutreiben und die Vorteile von EL-Vs im urbanen Umfeld zu demonstrieren. Im Rahmen von sieben Arbeitspaketen geht es um folgende Zielsetzungen: Erstens um eine detaillierte Marktanalyse für EL-Vs, basierend auf Befragungen von Konsumenten und Partnern entlang der Wertschöpfungskette. Damit im Zusammenhang steht die Implementierung weiterer Services wie z.B. eine verbesserte Ladeinfrastruktur. Weiters zielt „STEVE“ darauf ab, durch die Entwicklung einer neuen, leistbaren Generation von E-Leichtfahrzeugen eine zusätzliche, attraktive Mobilitätslösung nachhaltig und auf breiter Basis zu etablieren und deren Sichtbarkeit zu erhöhen. Durch optimale Geschwindigkeit, Berücksichtigung des vom Fahrzeug vorgeschlagenen Weges sowie Rücksichtnahme auf äußere Einflüsse wie etwas Temperatur sollen EL-Vs effizienter genutzt und Energieeinsparungen bis zu 15 Prozent sowie eine Reduktion der Fahrzeit um durchschnittlich 25 Prozent erzielt werden. Abschließend  wird  der Einsatz von EL-Vs in den ausgewählten Teststädten entsprechend der Zielvorgaben analysiert.

 

Fotocredit: Infineon Austria

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