HealthNet: Land Kärnten und Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt starten innovative Zuhause-Versorgung für Patienten mit chronischen Wunden

402
Vertragsunterzeichnung: Mag. Michael Steiner, MAS, Geschäftsführer des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt und Gesamtleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan und LH Stv.in Dr.in Beate Prettner

Mit den Unterschriften von Gesundheitsreferentin LHStv. Dr. Beate Prettner und von Elisabethinen-Geschäftsführer Mag. Michael Steiner, MAS wurde heute, Montag, ein neues Kapitel der Patientenversorgung in Kärnten gestartet.

„Erstmals wird es möglich sein, Patienten, die bislang vor Ort im Krankenhaus versorgt wurden, quasi per Bildschirm in den eigenen vier Wänden zu Hause zu betreuen“, informiert Prettner. Es handelt sich um Personen mit chronischen Wunden (z.B. Diabetes-Patienten, Patienten mit schlecht bzw. nicht mehr vollständig ausheilenden Wunden aufgrund chronischer Gefäßerkrankungen, „Raucherbeine“ etc.), die ab sofort mit Hilfe von mobilen Diensten der AVS, in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt zu Hause behandelt werden können. „Möglich gemacht wird das durch die Einbindung von medizinischen IKT-Lösungen, sprich neuester Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese werden vom EU-Projekt HealthNet initiiert. Österreichweit ist Kärnten die Pionierregion. Gestartet wird im Bezirk Völkermarkt. Unsere Partner, mit denen wir im regelmäßigen Erfahrungsaustausch stehen, sind die Region Veneto und die Local Health Authority in Triest“, so Prettner.

„Historische“ Vertragsunterzeichnung

Im Konkreten werden Bilder von den Wunden über sichere Internetkanäle direkt zum behandelnden Arzt ins Krankenhaus geschickt, damit dieser jederzeit „up to date“ ist. „Bis dato mussten die Betroffenen immer wieder und in sehr kurzen Abständen den beschwerlichen Weg ins Krankenhaus auf sich nehmen, um ihre Wunden kontrollieren zu lassen. Das Projekt macht es nun möglich, genau diese Krankenhausaufenthalte zu vermeiden“, erklärt Steiner. Es werde damit nicht nur der Patient profitieren. In der Folge sei auch mit Kosteneinsparungen zu rechnen.

Vorreiter-Modell

„Das Projekt HealthNet wird sich zu einem Vorzeigemodell der integrierten Gesundheitsversorgung entwickeln“, sind Prettner und Steiner überzeugt. Künftig werde diese Form der Patientenbetreuung eine zunehmendgrößere Rolle spielen: Es gehe insbesondere um die Phase nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, um die Kontinuität der Pflege, um Personen mit chronischen Krankheiten, aber auch um die Rehabilitationsphase nach operativen Eingriffen. Durch die Bereitstellung von IKT-Systemen und mittels neuer Organisationsmodelle zwischen intra- und extramuralen Experten werde betroffenen Patienten die Möglichkeit eines selbstständigen Lebens zu Hause geboten.

Gestartet wird das Projekt als Pilot mit EU-Förderung, und zwar vorerst befristet mit 31. 12. 2019. „Es ist davon auszugehen, dass es nach dem Testlauf weitergeführt und ausgebaut wird­­. Die Entwicklung moderner Medizin unter Ausnützung der digitalen Möglichkeiten ist Schritt für Schritt in die konkrete Patientenbehandlung zu integrieren. Vieles, was wir noch vor kurzem als Zukunftsmusik angesehen haben, kann und muss als Realität gelebt werden“, betont Prettner.

HINTERGRUNDINFORMATION

Elisabethinen
allgemeines öffentliches Krankenhaus

Gesundheit aus guten Händen

Das A. ö. Krankenhaus der Elisabethinen ist ein christlich geführtes Spital mit einer über 300-jährigen Tradition. Die wichtigste Aufgabe des Hauses liegt darin, Top-Medizin und christliche Nähe harmonisch in Einklang zu bringen.

Vor 800 Jahren erblickte die hl. Elisabeth von Thüringen, die geistige Mutter der Elisabethinen, das Licht der Welt. Zu ihren Lebzeiten ist sie den Hilfsbedürftigen ohne Unterschied zur Seite gestanden. Ihre Überzeugung, dass Menschen nur durch die Verbindung von Körper, Geist und Seele „froh“ werden können, wird im Elisabethinen- Krankenhaus täglich gelebt. Diese christlichen Wurzeln sind gemeinsam mit den sich ergänzenden Leistungsschwerpunkten und dem fachlichen Erfahrungsaustausch die Basis der seit April 2006 bestehenden Kooperation mit dem Orden der Barmherzigen Brüder Österreich und deren Krankenhaus in St. Veit an der Glan.

Heute arbeiten am Elisabethinen-Krankenhaus rund 300 MitarbeiterInnen, die jährlich rund 7.900 PatientInnen stationär und 17.600 PatientInnen ambulant betreuen. Das Spital verfügt über die Abteilungen Allgemeinchirurgie, Orthopädie & orthopädische Chirurgie, Innere Medizin, Radiologie, Anästhesie & Intensivmedizin sowie das Department für Akutgeriatrie/Remobilisation.

Ein besonderer Schwerpunkt ist vor allem das Zentrum für den Bewegungsapparat. Dieses interdisziplinäre Kompetenzzentrum bietet eine hervorragende Rundumbetreuung von Diagnostik und Therapie bei Erkrankung des Bewegungsapparates bis hin zur Prävention von rheumatischen Erkrankungen.

Barmherzige Brüder
Krankenhaus St. Veit/Glan

Ein Haus mit Herz und Kompetenz

Seit der Gründung im Jahr 1876 bemühen wir uns, aus unserem Haus einen Ort der Hospitalität im Sinne unseres Ordensstifters, dem hl. Johannes von Gott, zu machen, in dem sich Brüder und Schwestern begegnen.

Unsere Ziele sind eine medizinische und pflegerische Betreuung auf höchstem Niveau und eine Werthaltung im Sinne der christlichen Gastfreundschaft für die uns anvertrauten Patienten. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit/Glan ist eine moderne, leistungsfähige und zukunftsorientierte Gesundheitseinrichtung in Kärnten.

Das seit 2010 nach den Kriterien von pCC (pro Cum Cert) inkl. KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität) zertifizierte Haus ist Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universitäten Wien, Graz. In Zusammenarbeit mit der MedUni Innsbruck hat das Haus Lehrabteilungen für Chirurgie und Anästhesiologie/Intensivmedizin. Das Ordensspital ist auch Mitglied im Österreichischen Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen.

430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen in den fünf Fachbereichen Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie Palliativstation und Radiologie jährlich etwa 12.650 stationäre Patienten und führen etwa 36.000 ambulante Behandlungen durch.

Neben den jeweiligen Fach- und Spezialambulanzen sind folgende im Zuge der Spezialisierung geschaffenen zertifizierten Kompetenzzentren etabliert: Brustzentrum Kärnten und Darmzentrum St. Veit/Glan

Zusätzlich besteht seit April 2006 eine umfassende Kooperation zwischen dem Orden der Barmherzigen Brüder mit dem Krankenhaus St. Veit/Glan und dem Elisabethinen- Krankenhaus in Klagenfurt.

Über den Orden der Barmherzigen Brüder:

In der Österreichischen Ordensprovinz mit Standorten in Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder gemeinsam mit rund 8.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 36 Standorten zwölf Krankenhäuser sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize oder Kureinrichtungen. Weltweit sind die Barmherzigen Brüder in 53 Staaten mit 454 Einrichtungen vertreten.

Foto: © Büro LHStv.in Prettner

Werbung