HOLZ AM AUFSTEIGENDEN AST

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Erholungsoase für Mensch und Tier, ein Rohstoff, der zum Klimaschutz beiträgt und eine starke Wirtschaftsleistung – Österreichs Waldflächen stellen die Basis für die ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung unseres Landes dar.

Die Wertschöpfungskette Holz beginnt bei der Urproduktion in der Forstwirtschaft, geht über die Holz verarbeitende Industrie der Säge-, Papier- und Plattenindustrie bis zu Möbel-, Tischlerei- und Zimmereibetrieben, die den Rohstoff weiterverarbeiten. Ihr jährlicher Produktionswert liegt bei etwa 12 Milliarden Euro. In über 172.000 Betrieben finden rund 300.000 Menschen Beschäftigung. Die Berufsausbildung in der Forstwirtschaft erfreut sich fortwährender Beliebtheit und schließt mit einer Abschlussprü- fung ab, die umfassende ökologische, perfektionierte Arbeitstechniken und Unfallschutz-Kenntnisse abverlangt. Global Player Traditionell ist auch die starke Exportorientierung der Holzbrancheüber die europäischen Grenzen hinaus, von der die gesamte österreichische Volkswirtschaft profitiert.

2010 konnte sich Österreich als fünftgrößter Exporteur weltweit behaupten. Von einer zukünftigen positiven Entwicklung ist auszugehen, denn nachwachsende Rohstoffe – allen voran Holz – sind am Vormarsch und stellen mittlerweile in vielen Bereichen fossile Varianten in den Schatten. In der Kooperationsplattform „Forst Holz Papier“ hat sich die gesamte Wertschöpfungskette Österreichs zusammengeschlossen, um die Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen wie der Kommunikation nach außen zu festigen. Neben den Gremien von FHP sind dazu Arbeitskreise eingerichtet, an denen Experten aus Forst- und Holzwirtschaft teilnehmen. Ein Ziel ist es, das Potential an „Green Jobs“, also naturverbundene Ausbildungsberufe im Sektor, zu bewerben. Waldarbeit in der Praxis Egal ob beruflich oder privat – geeignete Schutzausrüstung ist Pflicht. Ein Waldarbeiterschutzhelm mit Gesichtsund Gehörschutz, eine anliegende Arbeitsbluse mit Signalfarbpartien, Schnittschutzhose, schwingungsmindernde Handschuhe und Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlage beugen tragischen Verletzungen vor.

Zu beachten ist, dass nur einwandfreie Utensilien in Betrieb genommen werden und Helme nach Ablauf der Verwendungsdauer ausgetauscht werden. Transport und Logistik Bekannt ist, dass sich der Rundholzpreis aus dem Preis für den Rohstoff plus Transportkosten zusammensetzt – ergo kann durch Optimierung der Frachtabläufe mehr Gewinn für Rundholz erzielt werden. Es wird empfohlen, die Lagerung an einer, unter allen Witterungsbedingungen jederzeit erreichbaren LKW befahrbaren Straße zu arrangieren und die Wahl des Lagerplatzes so zu treffen, dass einer Entwertung durch Insektenbefall, Pilze oder Austrocknung vorgebeugt wird. Grundsätzlich gilt: Eine geeignete Lagerung ist die Grundlage für einen reibungslosen Abtransport und optimale Verwertung des Rohstoffes. Förster und Frächter sind so zu koordinieren, dass der Holzfluss beim Abtransport nie ins Stocken gerät. Was viele unterschätzen: Moderne Seilbringung und ein gut ausgebautes Forststraßennetz beeinflussen den Erfolg der Holzernte.

Wer sich an die gesetzlichen Vorgaben hält, seine Forststraße rechtzeitig anmeldet und die Förderungsmöglichkeiten bei seiner jeweiligen Förderstelle beantragt, ist am richtigen Weg. Erinnerung für Adrenalin-Junkies: Forststraßen sind keine MountainbikeRouten, außer sie sind eigens dafür gekennzeichnet. Forstliche Sperrgebietstafeln und Verhaltensregeln sind zur eigenen Sicherheit unbedingt einzuhalten. Ziemlich Öko Der Klimawandel und seine dramatischen Auswirkungen kommen mit raschen Schritten auf uns zu. Um entgegenzuwirken, muss der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch und rasch reduziert werden. Allen voran das klimaschädliche CO2, das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe entsteht.

Setzt man jedoch auf nachwachsende Rohstoffe, so bleibt das in einem überschaubaren Zeithorizont von den Pflanzen aufgenommene biogene CO2 im oberirdischen Kreislauf. Die Experten der Landwirtschaftskammer sind sich einig: Die Klimaver- änderung kann nicht durch Wälder, die nicht mehr bewirtschaftet werden aufgehalten werden. Im Gegenteil – durch die Entnahme von Holz vor dem Absterben eines Baumes und der Weiterverarbeitung in langlebige Produkte wird das CO2 nicht bei der Verrottung in die Atmosphäre abgegeben, sondern bleibt bis zum Ende der Nutzungsdauer im Holz gespeichert. Franz Titschenbacher, Präsident Landwirtschaftskammer Steiermark weiß: „Mit verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung und gezielter Holzverwendung sind große Potentiale für den Klimaschutz verbunden. Die mehrfach positive Wirkung der Verwendung von Holz ist im öffentlichen Bewusstsein noch zu wenig verankert.“

So speichert ein Holzhaus CO2 wie ein zweiter Wald. Gleichzeitig wird durch die Wahl des Baumaterials Holz fossiles CO2 vermieden, das bei der Herstellung anderer, energieintensiver Baumaterialien entsteht. Als krönender Abschluss kann man das Holzhaus am Ende seiner Nutzungsdauer entweder recyclen oder energetisch verwerten, wodurch schon wieder fossiles CO2, das bei der Verbrennung von Erdöl entstehen würde, vermieden wird. Recycling- und Upcyclingprodukte aus Holz leisten einen wesentlichen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen. Durch den Einsatz des Holzes über mehrere Nutzungszyklen hinweg, wird die Freigabe des CO2 langfristig verhindert und das Holz als Speicher optimal genutzt.

Voller Energie Brennholz, Briketts, Hackgut und Pellets – rund die Hälfte aller österreichischen Haushalte zählt auf den traditionellen, gleichsam modernen Energieträger Holz. Auch in diesem Bereich besteht zusätzliches Potential. Interessant ist, dass dieses umso größer wird, je mehr Häuser wir aus Holz bauen. Die bei der Herstellung anfallenden Nebenprodukte sind die Basis für Pellets und Briketts. Nicht zu unterschätzen sind die Arbeitsplätze, die durch Biomassetechnologien sowohl in der Investitionsphase als auch in der Betriebsphase und noch dazu in den von Abwanderung betroffenen ländlichen Gebieten geschaffen werden.

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