Kärnten ist bereits Vorreiter beim Ausstieg aus Öl und Gas

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Ferlach ist eine von derzeit zehn Gemeinden in Kärnten, dich sich an der Initiative „Ölkesselfreie Gemeinden und Städte“ von Landesrätin Sara Schaar beteiligen und gänzlich „ölkesselfrei“ werden möchte. Von links nach rechts: Landesrätin Sara Schaar (Mitte) mit Bürgermeister Ingo Appé (rechts) und Stadtrat Umweltreferent Ervin Hukarevic

LRin Schaar: Kärnten geht mit zukunftsweisenden Initiativen und Förderrichtlinien schon länger einen energiebewussten, klimafreundlichen Weg – Zehn Gemeinden wollen “ölkesselfrei” werden, Heizölverbrauch seit 2005 halbiert – Anstrengungen gehen weiter

Klagenfurt (LPD). Im Bereich der erneuerbaren Energien hat Kärnten österreichweit bereits heute die Nase vorn. “Mit einem Anteil von knapp 100 Prozent erneuerbarer Energie beim Strom und von über 61 Prozent bei der Raumwärme sind wir im Spitzenfeld”, hält heute Umwelt-und Energiereferentin Sara Schaar fest. Im Vergleich dazu kommt Österreich insgesamt im Bereich der Raumwärme erst auf einen Anteil von 39,6 Prozent (Quelle: Statistik Austria, 2017).

Die Kärntner Vorreiterrolle im Bereich der erneuerbaren Raumwärme werde stetig mit zukunftsweisenden Initiativen und attraktiven Förderungen für den Umstieg von fossilen auf erneuerbare, klimafreundliche Heizsysteme ausgebaut, betont Schaar. Bei der heuer ins Leben gerufenen Initiative “Ölkesselfreie Gemeinden und Städte” sind bereits zehn Kärntner Gemeinden mit an Bord. “Mich freut das große Interesse der Kommunen, sich aktiv für den Klimaschutz zu engagieren. Die teilnehmenden Gemeinden verfolgen alle ein Ziel, nämlich erste ölkesselfreie Gemeinden Österreichs zu werden”, so Schaar. “Ziel der landesweiten Aktion ist es, Haushalte, die noch mit Öl heizen, mit Informationen und kostenlosen Energieberatungen zu erreichen und sie mit finanziellen Anreizen zum Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme zu motivieren.”

Der Heizöl-Verbrauch hat sich in Kärnten im Zeitraum von 2005 (9.609 TJ Heizöl) bis 2017 (4.401 TJ Heizöl) mehr als halbiert. Schaar: “Diese Zahlen sind mehr als erfreulich.” Derzeit werde zwar noch ungefähr ein Viertel der Hauptwohnsitze in Kärnten mit Öl beheizt, häufig dienen die Ölkessel aber nur als Reserveheizung, so Schaar. Weiters habe Kärnten den Vorteil, dass – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – Gasheizungen eine untergeordnete Rolle spielen würden.

Auf große Resonanz stößt neben der Aktion “Ölkesselfreie Gemeinden und Städte” auch die heuer von der Umweltabteilung eingeführte Alternativenergieförderung für Gebäude von Betrieben, öffentlichen Einrichtungen und Vereinen. “Dabei fördern wir Fernwärmeanschlüsse mit 40 Prozent, bei einem Umstieg von einer Öl- oder Gaszentralheizung auf Fernwärme sogar mit 50 Prozent”, informiert Schaar.

In Trebesing sollen durch die Aktion „Ölkesselfreie Gemeinde“ 60.000 Liter Heizöl durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Landesrätin Sara Schaar unterstützt die Bestrebungen der Kommune mit insgesamt 40.000 Euro. Von links nach rechts: Bürgermeister Christian Genshofer, Landesrätin Sara Schaar, e5-Teamleiter Hans Neuschitzer und Amtsleiter Manfred Hanke

Eigenheime werden in Kärnten über die Wohnbauabteilung gefördert. Auch hier winken sehr attraktive Förderungen für den Umstieg von Öl und Gas auf umweltfreundliche, alternative Energieträger. So wurde die Förderung zu Beginn des Jahres von 3.000 auf 6.000 Euro verdoppelt, wobei – nach einer kurzen Pause – nun auch wieder zusätzlich 5.000 Euro Bundesförderung, initiiert durch die neue Bundesministerin Maria Patek, abgerufen werden können.

BU: Die Familie Brandstätter setzt bei ihren „Smiley Chalets“ künftig auf CO2-neutrale Biomasse-Fernwärme – dafür gab es von Landesrätin Sara Schaar eine Alternativenergieförderung. Von links nach rechts: Julian, Mario und Doris Brandstätter (Smiley Kinderhotel und Smiley Chalets), Landesrätin Sara Schaar, Bürgermeister Christian Genshofer, Christian Frühauf (Geschäftsführer Thermocycling), Mario Rauter (Wärme- und Regeltechnik, Thermocycling) und e5-Teamleiter Hans Neuschitzer

“Jeder in diesem Land soll die Chance haben, von fossilen auf erneuerbare Energien umzusteigen und zur Bewältigung dieser Klimakrise beizutragen”, so Schaar. “Klimaschutz ist das Gebot der Stunde, das heißt, wir brauchen starke Maßnahmen wie CO2-neutralen Strom, CO2-neutrale Wärme und CO2-neutralen Verkehr. Hier braucht es einen gemeinsam abgestimmten Weg von Bundesregierung, Bundesländern und Expertinnen und Experten für die Menschen in Österreich”, appelliert Schaar. “Das Land Kärnten stellt schon lange die Weichen dafür.”

Fotos © Land Kärnten/Büro LRin Schaar