Ärztekammer

Kärntner Ärzte gegen neue Regeln

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„Niedergelassene Kassenärzte sollen noch stärker reglementiert und bevormundet werden“, kritisiert der Präsident der Ärztekammer für Kärnten Dr. Josef Huber die neuesten Beschlüsse der Ärztekammer. Koordinierte Urlaube, um Versorgungsempässe zu verhindern, hält er für indiskutabel. 

Grund für die Verärgerung: Das neue Modell für den Bereitschaftsdienst der Kassenärzte, ausgehandelt zwischen Ärztevertretern, Land und GKK. Dr. Josef Huber sieht in den Forderungen den Versuch eine zentrale Kommandowirtschaft zu installieren, in der Ärzte zu Befehlsempfängern degradiert werden sollen. Was im Krankenhaus nicht mehr funktioniert, kann auch bei Niederlassungen nicht der Schlüssel zum Erfolg sein, ist sich Dr. Huber sicher.

Kein Verschulden der Ärzteschaft

„Faktum ist, dass die Kärntner Kassenärzte ihre vertraglichen Verpflichtungen auch zum Jahreswechsel zu hundert Prozent erfüllt haben. Es waren an den Wochentagen zwischen den Feiertagen mindestens so viele Praxen offen wie in all den vergangenen Jahren zuvor, nämlich 96 von 255. An den Wochenend- und Feiertagen versahen, wie mit der KGKK vertraglich fixiert, jeweils 45 Ärzte ihren Dienst. Da aufgrund der Grippewelle weit mehr Patienten als sonst üblich Hilfe suchten, waren Engpässen unvermeidbar“, führt Dr. Huber aus. Jedes Versorgungssystem stoße bei einer plötzlichen Überbeanspruchung an seine Grenzen. Es sei aber inakzeptabel, wenn man die Schuld daran der Ärzteschaft zuschiebe.

Negativfolgen zu erwarten

Präsident Dr. Huber befürchtet langfristig negative Folgen. „Immer mehr Kollegen bevorzugen es, eine Wahlarztpraxis aufzumachen, bei der sie weitgehend frei agieren können. Dieser Trend wird sich möglicherweise verstärken, wenn die KGKK in ihren Verträgen zusätzliche Auflagen für die Mediziner einbauen möchte“.

Fotorechte: Ligamenta Wirbelsäulenzentrum  / pixelio.de 

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