Wirtschaft

Kärntner Gastro-Szene in Gefahr

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Seit 2005 wird in der Kärntner Gastronomie ein Rückgang von 30 Prozent verzeichnet. Am meisten betroffen sind vor allem Betriebe im ländlichen Raum. Mit dem Zukunftskonzept „Gastro 2020“ der Fachgruppe Gastronomie, soll die Kärntner Gastro-Szene wieder fit für die Zukunft gemacht werden.

Gab es 2004 noch 1147 Gasthäuser in Kärnten, so sind zwölf Jahre später noch 803 Betriebe vorhanden. Eine ernüchternde Bilanz, meint auch Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie. „Wir warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung, wurden aber von der Politik ignoriert“, so Sternad. Gründe für den hohen Rückgang sind schnell gefunden. Neben dem hohen bürokratischen Aufwand und der unlauteren Konkurrenz durch Vereine, kommen hohe Lohnnebenkosten und starre Arbeitszeitmodelle dazu.

Umlenken und Umdenken

Als eines der wichtigsten Standbeine der Kärntner Wirtschaft, kommt der Gastronomie eine Bedeutung zu, die nicht unterschätzt werden darf. Repräsentative Umfragen unter Gästen bestätigen, dass die Kärntner Kulinarik einer der Hauptmotive für einen Urlaub in Kärnten ist. Mit mehr als 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist der Kärntner Tourismus ein wahrer Beschäftigungsmotor und erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro. „Eigentlich ist es absurd, dass wir ständig auf die Bedeutung der Gastronomiebetriebe für Kärnten hinweisen müssen. Aber die Botschaft ist bei den Verantwortlichen noch nicht angekommen“, kritisiert Sternad.

„Gastro 2020“

Das Zukunftskonzept „Gastro 2020“ der Fachgruppe Gastronomie soll das Ruder nun herumreißen und die Abwärtsspirale in Kärntens Gastronomie beenden. Durch gemeinsame Initiativen von Wirtschaftskammer und Land Kärnten, soll mit folgenden zehn Punkten die Basis für eine stabile Aufwärtsentwicklung der Kärntner Gastronomie geschaffen werden:

  • Maßgeschneiderte Förderpakete für Kärntens Gastronomie
  • Mehr Überblick über die Förderlandschaft durch punktgenaue Beratungen
  • Lehrlingsoffensive – mit vereinten Kräften den Nachwuchs fördern
  • Kooperation zwischen Gemeinden, Vereinen und Gastronomen stärken
  • Neue Aus- und Weiterbildungsangebote für Kärntens Wirte am Puls der Zeit
  • Vom Produzenten zum Teller – kulinarische Wertschöpfungsketten sichtbar machen und unterstützen
  • Schluss mit sinnlosen Auflagen und Schikanen
  • Coaching für Wirte: Gut beraten in eine erfolgreiche Unternehmenszukunft
  • Öffentliche Wahrnehmung der Gastronomie stärken und verbessern
  • Bessere Rahmenbedingungen, um das Arbeiten in der Gastronomie wieder attraktiver zu machen

Fotocredit: Peter Just

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