KIKK: Bleibt Kärnten auch 2019 Wachstumssieger?

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Großer Wirtschaftsgipfel bei der 11. Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz: LR Ulrich Zafoschnig, Klubobmann Gernot Darmann, LHStv. Gaby Schaunig, WK-Präsident Jürgen Mandl, WK-Vizepräsidentin Carmen Goby und Landeshauptmann Peter Kaiser

Bei der 11. Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz (KIKK) konnten die Branchenvertreter der Politik ein gutes Ergebnis präsentieren: Die Erwartungen der Unternehmer sind stabil, beim Wirtschaftswachstum liegt Kärnten an der Spitze.

Bereits zum elften Mal hat heute die Wirtschaftskammer Kärnten die mit LH Peter Kaiser, LHStv. Gaby Schaunig, Wirtschaftslandesrat Ulrich Zafoschnig und Klubobmann Gernot Darmann höchstrangig vertretene Landespolitik über die wirtschaftliche Situation des Bundeslandes informiert. Bereits seit der zweiten Hälfte 2016 befindet sich die Kärntner Wirtschaft in einem Konjunkturaufschwung, der im Herbst 2017 seinen Höhepunkt hatte und mittlerweile in die Reifephase übergegangen ist: Solide Einkommenszuwächse beflügeln auch in Kärnten den privaten Konsum, den nicht zuletzt die hohen Lohnabschlüsse 2019 zu einer wichtigen Konjunkturstütze machen. Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt günstig aus: Der Stellenandrang (Zahl der Arbeitslosen je offene Stelle) hat einen vorläufigen Tiefstwert erreicht. Die Industriekonjunktur kühlt zwar im Gleichklang mit der Weltwirtschaft etwas ab, Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl zeigte sich jedoch im Zusammenhang mit der Mega-Investition bei Infineon auch hier optimistisch: “Wir werden auch im kommenden Jahr eine Fortsetzung des Aufschwungs erleben, wenn auch mit etwas weniger Tempo.”

EU: Drei Milliarden Euro für Kärnten

Über den positiven Ausblick freute sich auch Landeshauptmann Peter Kaiser, aber: “Wir dürfen uns davon nicht dazu verführen lassen, innezuhalten.” So seien weitere Maßnahmen in Bildung und Ausbildung nötig, auch um die seit Jahren wieder unter die Zehn-Prozent-Grenze gesunkene Erwerbslosigkeit weiter zu reduzieren. Als große Gefahr bezeichnete Kaiser die demographische Entwicklung, die mittelfristig eine Abnahme der erwerbsfähigen Bevölkerung bedeute. Besonders hob der Landeshauptmann die Bedeutung der EU hervor: “Österreich ist zwar Nettozahler, aber Kärnten ist Nettoempfänger. Seit der EU-Mitgliedschaft sind knapp drei Milliarden Euro nach Kärnten geflossen.”

Wirtschaftsfreundliches Klima

Als lehrreich bezeichnete Wirtschaftslandesrat Ulrich Zafoschnig die KIKK, weil sie die Möglichkeit biete, die Wünsche und Anregungen der Wirtschaft aus erster Hand zu hören. Er unterstrich die kürzlich ins Leben gerufene Wirtschaftsombudsstelle als “Plattform, um bürokratische Normalität einzuführen”. Den Kurs des Landes beurteilt Zafoschnig positiv: “Das Klima in der Landesregierung für die wirtschaftliche Weiterentwicklung ist toll.”

Infrastruktur, Breitband, Export

Das südlichste Bundesland nimmt in den Konjunkturanalysen eine aufgrund der Vergangenheit ungewohnte Rolle ein: Kärnten ist 2016 erstmals beim Wirtschaftswachstum über dem Österreichschnitt gelegen. 2017 erzielte man mit +3,9 Prozent das stärkste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer und die aktuellen Wirtschaftsdaten geben Anlass zur Hoffnung, dass Kärnten auch heuer deutlich über dem Österreichschnitt liegt. Mandl ist überzeugt, dass der Aufholprozess Kärntens durch eine kluge Wirtschaftspolitik des Landes fortgesetzt werden kann: “Die Voraussetzung dafür ist, dass das Land die richtigen Investitionsschwerpunkte setzt. Dazu zählen Infrastruktur, Breitband, Export, Qualitätstourismus und eine weitere Steigerung der Investitionsbereitschaft der Betriebe durch Entbürokratisierungsmaßnahmen. Dann sind wir auf einem guten Weg, auch 2019 Wachstumssieger in Österreich zu bleiben!”

Stabiler Ausblick

Die aktuelle Konjunkturumfrage der WKK bestärkt diese Hoffnung: Besonders positiv ist die Einschätzung der Kärntner Unternehmen bei der erwarteten Umsatzentwicklung für 2019. 95 Prozent der Kärntner Unternehmen rechnen 2019 mit konstanten bzw. besseren Umsätzen. Diese Einschätzung ist deutlich besser als im Österreichvergleich. Auch bei den Investitionen ist mit einer positiven Entwicklung zu rechnen: Drei Viertel aller Kärntner Unternehmen wollen ihr Investitionsvolumen beibehalten bzw. sogar erhöhen. Als besonders vielversprechend wertet Christoph Schneider, Leiter der Wirtschaftspolitik in der WKÖ, den Umstand, dass vier von fünf Kärntner Unternehmen in den vergangenen drei Jahren in Innovation und Weiterentwicklung investiert hätten: “Da ist ein Schwung in die Kärntner Volkswirtschaft hineingekommen. Man kann sehr wohl hoffen, damit auch eine schwächere Wachstumsphase durchzutauchen. Kärnten ist gut gerüstet für die nächsten zwölf Monate.”

Fotos: © WKK/Fritz-Press

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