Das Rote Kreuz

„Kraft der Menschlichkeit“ und ihre Finanzierung

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Fotorechte: Österreichisches Rotes Kreuz/ Dr. Peter Ambrozy

Die Liebe zum Menschen treibt tausende Spender, Freiwillige und Zivildiener an, dem Gemeinwohl zu dienen. Das Rote Kreuz steht für Menschlichkeit – alleine in Klagenfurt wurden bereits 62 Mitarbeiter für ihre hervorragenden Dienste und ihre langjährige freiwillige Arbeit ausgezeichnet. Wir haben Rot-Kreuz Präsident Dr. Peter Ambrozy zum Interview getroffen und mit ihm über Finanzen und Humanität gesprochen.

Advantage: Wie gehen Sie damit um, dass die Leistung des Roten Kreuzes größer ist, als die Bezahlung?
Dr. Peter Ambrozy: Ein Grundsatz des Roten Kreuzes: Unsere Existenz ist ohne Freiwilligkeit undenkbar. Durch freiwillige Helfer und Mitarbeiter ist es möglich, dass wir der Kärntner Öffentlichkeit trotz Defiziten gewisse Leistungen kostengünstig garantieren können. Diese Menschen spenden uns Zeit – und Zeit ist äußerst wertvoll. Außerdem hat das Rote Kreuz ungefähr 60.000 unterstützende Mitglieder, die uns jährlich über 1 Million Euro spenden.

Zu Schulbeginn wird in vielen Klassen pro Schüler um zwei Euro für das Jugend Rotkreuz gebeten. Welche Projekte können damit unterstützt werden?
Das Jugend Rotkreuz ist ins Leben gerufen worden, um die Idee des Roten Kreuzes – insbesondere die Idee der Menschlichkeit – jungen Menschen näher zu bringen. Es werden Lehrmittel zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bietet das Jugend Rotkreuz eine Reihe von Kursen an, wie zum Beispiel Erste Hilfe Kurse, Schwimmausbildungen oder Radfahrkurse.

Ist die ehrenamtliche Arbeit in der heutigen Gesellschaft, die oft nach Materiellem strebt, gefährdet?
Das Rote Kreuz ist eine Institution, die Emotionen bei den Menschen auslöst. Wir sind eine altruistische Organisation, wo das Helfen immer an erster Stelle steht. Unsere Mitarbeiter helfen aus Leidenschaft und sind bereit, ihren Beitrag für das Gemeinwohl zu leisten. Natürlich leben wir in einer Zeit der Endsolidarisierung. Die Interessen des Einzelnen werden höher gewertet, als die der Allgemeinheit, der wirtschaftliche Erfolg ist wichtiger, als der gesellschaftliche Erfolg. Wenn es uns gelingt, Menschen zu uns zu bringen, sind sie mit voller Begeisterung dabei – in jedem Alter.

Was bedeutet für Sie persönlich „Die Kraft der Menschlichkeit“?
Das ist einer der Hauptgründe, warum ich meine Freizeit gerne dem Roten Kreuz zur Verfügung stelle. Die Kraft der Menschlichkeit ist die zentrale Motivation einer funktionierenden, friedlichen Gesellschaft. Wir sind nicht nur eine Rettungsorganisation, sondern auch eine gesellschaftspolitische Organisation, die diese Kraft der Menschlichkeit unter die Menschen bringen will. Wenn
Menschlichkeit herrscht, würden viele Dinge, die wir zurzeit mit Schrecken erleben, nicht passieren.

Reden wir übers Geld: Fließen mittlerweile mehr finanzielle Mittel vom Land für den Krankentransport?
Wir erhalten einen Beitrag vom Land und von den Gemeinden, der zufriedenstellend ist. Vor zwei Jahren haben wir eine Etappenerhöhung des Rettungsbeitrages erhalten und gleichzeitig eine Valorisierung des Rettungsbeitrages. Dadurch konnten die Leistungsbereiche des Roten Kreuzes gewaltig ausgeweitet werden.

2017 läuft Ihre bewundernswerte, bisher 20jährige Amtszeit als Präsident aus – was konnten Sie von Ihrem Start weg bis jetzt für das Rote Kreuz erreichen?
Ich habe das Rote Kreuz 1997 übernommen, wo es nicht gut um die Organisation stand. In den 20 Jahren ist das Rote Kreuz rundum erneuert worden. Alle Standorte in Kärnten wurden renoviert oder neu aufgebaut. Wir haben mehr in die Ausbildung investiert und konnten damit die Qualität der geleisteten Hilfestellungen nochmal erhöhen – insbesondere im Bereich der Gesundheits- und Sozialdienste. Solche Investitionen sind notwendig für zufriedene Mitarbeiter. Unsere freiwilligen Helfer müssen sich wohlfühlen. Bis zum Ende meiner Amtszeit soll das Logistikzentrum im Osten Klagenfurts fertiggestellt werden und die Zentrale in der Grete Bittner Straße fertiggestellt werden.

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