Landwirtschaft: Digitalisierung als Chance

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Apps übernehmen in der Landwirtschaft können immer mehr Funktionen hinsichtlich Datengewinnung und Steuerung.

Landwirtschaftskammer Kärnten, AgrarMarkt Austria und weitere Partner luden heute, 11. November in der Fachschule Althofen zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über digitale Anwendungen in Verwaltung und Praxis.

Heute fand in der Fachschule Althofen eine Informationsveranstaltung der Landwirtschaftskammer gemeinsam mit der AgrarMarkt Austria als Hauptpartner zur „Digitalisierung der österreichischen Landwirtschaft“ statt. Der Fokus dieser Veranstaltung richtete sich darauf, was es derzeit an digitalen Angeboten für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebsführer gibt, die bereits in der Praxis eingesetzt werden. Es wurde auch darüber diskutiert, was in Zukunft durch die Partner der Landwirtschaft wie LK, AMA, Ministerium und Verwaltung an effizienter Hilfestellung angeboten wird.

Das Thema „Digitalisierung“ wird auch Schwerpunkt im neuen Programm der „Ländlichen Entwicklung“ sein. Daher ist eine österreichweite Standortorientierung und Diskussion zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine wichtige Maßnahme, um gemeinsam mit der Praxis wirkungsvolle Instrumente zur Vereinfachung für die bäuerlichen Betriebe im Umgang und Austausch mit den Servicepartnern zu entwickeln. Das setzt aber auch voraus, dass die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter ebenfalls die „digitalen Grundkompetenzen“ erwerben, sich der Herausforderung stellen und sich auf diesen Veränderungsschub einlassen, denn der Digitalisierungs-Trend in Wirtschaft und Verwaltung geht mit Riesenschritten weiter.

Angebote der LK und ihrer Partner
Die Landwirtschaftskammer und Partner wie Verbände und österreichweite Organisationen haben eine Vielzahl an digitalen Anwendungen geschaffen. Sie reichen von der LK-Homepage über Service-Apps bis zu Onlineschulungen mit Webinaren und Farminaren durch die ländlichen Fortbildungsinstitute (LFIs). Während einerseits die persönliche Beratung in den Außenstellen nach wie vor für die landwirtschaftlichen Betriebe unverzichtbar ist, ist es notwendig, dem Trend der Zeit zu folgen. Ein österreichweites Clusterprojekt zur Digitalisierung soll finanzielle Möglichkeiten zur Entwicklung und Vernetzung von Maßnahmen und Angeboten schaffen.

AMA unterstützt bei Digitalisierung
Der AgrarMarkt Austria kommt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Die AMA unterstützt in hohem Maße dabei, zeitintensive Verwaltung mit digitalen Prozessen einfacher abzuwickeln. Seit bereits fast zwei Jahrzehnten betreibt sie das Serviceportal www.eama.at, welches entsprechend den technischen und fachlichen Möglichkeiten ständig weiterentwickelt wird. Die Bäuerinnen und Bauern können neben verschiedenen Meldungen, Eingaben oder Abfragen den „Mehrfachantrag Flächen“ (MFA) online einreichen. In einem Onlinearchiv stehen den Antragstellern verschiedene Schriftstücke wie Mitteilungen oder Bescheide jederzeit abrufbereit zur Verfügung. Um bestmögliche Hilfestellung leisten zu können, ist es wichtig, Erfahrungen und Anregungen der Landwirtinnen und Landwirte aufzunehmen. Im Zuge der Veranstaltungsreihe „Digitalisierung in der österreichischen Landwirtschaft“ werden direkte Inputs und Feedbacks aus der Praxis eingeholt, um im Rahmen der rechtlichen Vorgaben Unterstützung anbieten zu können.

Bei der heutigen Veranstaltung in Althofen präsentierten Expertinnen und Experten aus der Praxis Erfolgsprojekte, gewährten Einblick in die Weiterentwicklungen von Anwendungen und boten viel Raum für Austausch und Vernetzung. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer, dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) und Partnern aus der IT-Branche (fit4internet, Digitalisierungsagentur und Arbeitsgemeinschaft Datenverarbeitung) wurden erfolgreiche Projekte und Anwendungen vorgestellt sowie erklärt. Gleichzeitig wurden von den Landwirtinnen und Landwirten wertvolle Inputs eingeholt, um die digitale Unterstützung fokussiert vorantreiben zu können.

STATEMENTS:

Agrarreferent LR Martin Gruber: „Unsere heimische Landwirtschaft muss auf den technologischen Wandel vorbereitet sein. Diese Veranstaltung findet deshalb ganz bewusst an einer landwirtschaftlichen Fachschule statt, weil wir hier die Betriebsführer von morgen erreichen. Ich hoffe aber, dass auch viele aktive Landwirtinnen und Landwirte das Angebot annehmen und sich informieren werden.“

LK-Präsident Ing. Johann Mößler: „Der digitale Wandel stellt die bäuerlichen Betriebe vor eine neue Herausforderung Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Als Landwirtschaftskammer sind wir bestrebt, die bäuerlichen Betriebe auf dem Weg der Digitalisierung zu begleiten und sie mit dem notwendigen Wissen darüber zu versorgen, welche digitalen Anwendungen für ihre Betriebe einen Mehrwert bringen.“ 

LK-Kammeramtsdirektor DI Hans Mikl: „Die Landwirtschaftskammern haben eine Vielzahl an digitalen Angeboten entwickelt. Der Trend geht in diese Richtung weiter. Ein österreichweites Clusterprojekt wird uns finanziellen Spielraum geben, um weitere neue Anwendungen zu schaffen. Alleine geht das nicht, nur im Verbund mit österreichweiten Initiativen.“ 

Dipl.-Ing. Günter Griesmayr, AMA: „Die AMA unterstützt die Betriebe mit digitalen Prozessen in hohem Maße dabei, zeitintensive Verwaltung einfacher abzuwickeln. Die Digitalisierung darf jedoch nicht Selbstzweck sein, es muss immer der Nutzen – auch in wirtschaftlicher Sicht – im Vordergrund stehen“.

Foto © Roland Fenk / Landwirtschaftskammer Österreich