Konjunkturbericht

Negativtrend für Gewerbe und Handwerk

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Spartenobmann Klaus Peter Kronlechner seine Stellvertreterin Irene Mitterbacher

Im Gewerbe und Handwerk ist die Stimmung gedämpft: Akuter Facharbeitermangel und eine drohende Ausweitung der Nebenrechte setzen heimische Betriebe zunehmend unter Druck. 

Keinen ruhigen Start ins Jahr gibt es für die Sparte Gewerbe und Handwerk: Viel zu brisant sind die aktuellen Herausforderungen für die knapp 16.500 Betriebe. „Die unsichere Wirtschaftslage lässt unsere Unternehmer eher zurückhaltend in die Zukunft blicken“, zeigte sich Spartenobmann Klaus Peter Kronlechner besorgt.

Konjunkturbericht eher mau

Grund für die negative Stimmung ist der Konjunkturbericht für das vierte Quartal 2016: Nur 14 Prozent der Betriebe meldeten eine Steigerung der Auftragseingänge und Umsätze. Auch im Österreichvergleich hinkt Kärntens Gewerbe im Zeitraum Jänner bis September 2016 hinterher. Erst im vierten Quartal ging das Stimmungsbarometer vorsichtig nach oben.

Düstere Erwartungshaltung für 2017

Der Optimismus der Unternehmer hält sich in Grenzen – nur zehn Prozent der befragten Betriebe erwarten mehr Aufträge als im Vorjahr. Knapp 30 Prozent befürchten sogar einen erheblichen Rückgang.

Kronlechner: „Der Bericht ist natürlich nur ein Ausschnitt aller Unternehmer. In zahlreichen persönlichen Gesprächen erlebe ich viele Kollegen positiver gestimmt. Aber selbstverständlich ist es so, dass wir im Gewerbe und Handwerk mit vielen Hürden und Problemen zu kämpfen haben.“

Fachkräfte sind Mangelware

Die Sparte leidet besonders unter dem Facharbeitermangel. Spartenobmann Kronlechner weiß, dass viele Unternehmer Aufträge ablehnen müssen, weil sie diese personell einfach nicht bewältigen können:„Es kann doch nicht sein, dass wir so viele Arbeitslose wie noch nie haben und einfach keine motivierten Mitarbeiter finden.“

Heikles Thema Gewerbeordnung

Was den Gewerbe- und Handwerksbetrieben auch zu Beginn des Jahres Kopfzerbrechen bereitet, ist die geplante Ausweitung der Nebenrechte. Das ist der Umfang in dem Unternehmen außerhalb ihrer Gewerbeberechtigung Arbeiten ausführen dürfen. Zur Diskussion steht es, Nebenrechte bei reglementierten Gewerben auf 15 und bei den freien Gewerben auf 30 Prozent des Jahresumsatzes zu erhöhen.

Konkret heißt das: Eine Möbelhauskette mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro kann zum Beispiel beim Verkauf von Küchen auch alle zum Einbau und zur Inbetriebnahme nötigen Leistungen anderer Gewerbe bis zu einem Volumen von 15 Millionen Euro anbieten.

Schwieriges Jahr für Unternehmensdienstleister

Auch die Dienstleistungs- und Betreuungsunternehmen, die fast 40 Prozent im Gewerbe und Handwerk ausmachen, haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Die Umsätze entwickelten sich nicht so gut wie erwartet und für das kommende Jahr dominiert zaghafter Optimismus.

 

Fotorechte: WKK/Fritz-Press

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