Job-Werkstatt

Neue Perspektiven für junge Erwachsene!

0
1232
Fotoechte: ©fritzpress/KK

Die „Job-Werkstatt“ von AMS, Land Kärnten, Europäischem Sozialfonds und WIFI verhilft Frauen und Männern zwischen 18 und 24 Jahren, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind, zu individueller Ausbildungsreife und neuen beruflichen Chancen.

Saskia (20) hat zwei Lehrausbildungen abgebrochen. Nun weiß sie aber, wohin sie ihr beruflicher Weg führen soll und dass sie ihr Ziel auch erreichen kann. Daniel (20) zieht es in den Sport- oder Textilfachhandel – ein beruflicher Fokus, der noch vor einem Jahr alles andere als absehbar war.

Diese zwei Beispiele veranschaulichen sehr gut, was das Projekt „Job-Werkstatt“, das von AMS Kärnten, Europäischem Sozialfonds (ESF) und Land Kärnten finanziert und vom WIFI Kärnten umgesetzt wird, ausmacht: Junge Erwachsene, die aus den verschiedensten Gründen – soziale Benachteiligung, fehlende (Aus-) Bildungsabschlüsse, Orientierungs- und Perspektivenlosigkeit etc. – Schwierigkeiten haben, einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden, werden fachlich und persönlich für diesen fit gemacht.

Ziele der Job-Werkstatt

Hauptziel des Projekts „Job-Werkstatt“ ist die Prävention sowie die Bekämpfung von Armut. Dies soll durch die Erlangung einer individuellen Ausbildungsreife als Vorbereitung und den Übertritt in den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt bzw. in weiterführende Maßnahmen ermöglicht werden. Darüber hinaus sollen bestehende Betreuungslücken geschlossen werden.

Inhalte des Projekts

Die jungen Erwachsenen, die nach einem Erstgespräch und einem einwöchigen Verfahren für die Teilnahme ausgewählt werden, verbleiben für 6 Monate in der Job-Werkstatt, wobei eine Verlängerung auf 12 Monate möglich ist.
In dieser Zeit werden die TeilnehmerInnen auf sozialer, fachlicher, persönlicher und beruflicher Ebene weiter entwickelt. So wird systematisch an einer gezielten Stärkung des Selbstwertes, der Teamfähigkeit und einer realistischen Einschätzung der Möglichkeiten am Arbeitsmarkt gearbeitet.
Zudem werden bestehende Betreuungslücken geschlossen und Netzwerke aufgebaut, auf die die TeilnehmerInnen auch außerhalb der Kurszeiten zugreifen können.

Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, AMS Kärnten und dem Land Kärnten finanziert

Job-Werkstatt

Praktisches Arbeiten in den Werkstätten (Metall, Holz, Textil, Druck) schult grob- und feinmotorische Fähigkeiten und dient dazu, auch handwerklich-kreative Berufe als Ausbildungsoption zu sehen, sowie den Selbstwert zu stärken.
Unterstützend wird umfangreicher Unterricht geboten, der nicht nur das Schulwissen in Deutsch, Mathematik etc. auffrischt, sondern auch Berufsorientierung und Allgemeinwissen beinhaltet.

Mit Unterstützung machen sich die Teilnehmer aktiv auf die Suche nach beruflichen Möglichkeiten mit Hilfe mehrwöchiger Betriebspraktika.
Während der gesamten Zeit in der „Job-Werkstatt“ werden die TeilnehmerInnen von Case ManagerInnen gecoacht und auch abseits der reinen Arbeitsthemen sozialpädagogisch betreut.

Was sagen TeilnehmerInnen der Job-Werkstatt?

Saskia Winkler (20) aus Klagenfurt: „Ich bin seit Mai in der Job-Werkstatt. Nach abgebrochenen Lehren als Friseurin und Köchin – aus gesundheitlichen Gründen – bin ich durch das AMS hierhergekommen. Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden, besonders die Unterstützung bei der Suche nach Praktika, die Weiterbildung im technischen Bereich und dass die Betreuer immer ein offenes Ohr bei Fragen und Problemen – auch jenseits der Ausbildung – haben, gefällt mir sehr gut. Im Oktober absolviere ich mein erstes Praktikum. Mein Ziel ist es, ehestmöglich einen Job zu finden, mein Traum wäre eine Ausbildung zur Tätowiererin.“

Daniel Spendier (20) ebenfalls aus Klagenfurt, seit Mai in der Jobwerkstatt: „Ich finde es total wichtig, dass man hier eine Struktur in seinen Alltag bekommt und in einen Rhythmus findet. Auch dass Schulkenntnisse aufgefrischt bzw. vertieft werden, ist sehr positiv. Mich haben vor allem die Arbeiten im Metallbereich angesprochen, aber auch den Textilbereich finde ich spannend. Ich würde auch sehr gerne im Textil- oder Sportfachhandel tätig sein. Derzeit bemühe ich mich um Praktikumsplätze, um den nächsten Schritt machen zu können.“

Die „Job-Werkstatt“ bereitet junge Erwachsene auf den Einstieg in den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt vor. Zahlreiche kleine und größere Erfolge, die immer mit menschlichen Schicksalen und wirtschaftlichen Existenzen verbunden sind, sind nicht nur Lohn für die Bemühungen aller Beteiligten, sondern auch Motivation für die anderen TeilnehmerInnen.

Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, AMS Kärnten und dem Land Kärnten finanziert

Job-Werkstatt

Statements aus der heutigen Pressekonferenz:

LHStv. Dr. Gaby Schaunig, Arbeitsmarktreferentin des Landes Kärnten:

„Gut ausgebildete Mitarbeiter sind DER Standortfaktor der Zukunft. Wir können auf die Jugend nicht verzichten, insbesondere da Jugendliche und junge Erwachsene schon alleine wegen der demografischen Entwicklung bald heiß begehrt am Arbeitsmarkt sein werden. Die Job-Werkstatt ist eine tolle Chance für junge Erwachsene, ihren beruflichen Weg zu finden. Es gibt genügend Beispiele von erfolgreichen Unternehmerpersönlichkeiten, die auch eine Lehre oder schulische Ausbildung abgebrochen und erst später oder über Umwege den Erfolgsweg eingeschlagen haben. Warum soll das hier nicht auch so sein?“

Mag. Peter Wedenig, stv. Landesgeschäftsführer AMS Kärnten:

„Das AMS Kärnten nimmt heuer 27 Mio. Euro für Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung in die Hand. Unsere intensiven Bemühungen in diesem Bereich tragen auch Früchte, so ist Kärnten neben Tirol das Bundesland mit dem stärksten Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit. Derzeit sind aber leider noch immer 2700 Jugendliche und junge Erwachsene in Kärnten als arbeitslos gemeldet. Initiativen wie die Job-Werkstatt sind Teil der Umsetzung unseres Versprechens, jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz, eine Jobchance oder eine entsprechende Qualifizierungsmaßnahme anbieten zu können.“

Mag. Andreas Görgei, Institutsleiter WIFI Kärnten:

Die Wirtschaftskammer hat in den letzten 10 Jahren ca. 50 Mio. Euro in das hochmoderne Test- und Ausbildungszentrum investiert, wovon nun auch die TeilnehmerInnen der Job-Werkstatt profitieren. Bisher hat es unter den Teilnehmern keinen einzigen Kursabbrecher gegeben und wir konnten schon mehr als ein Dutzend Teilnehmer in Lehrverhältnisse oder den 1. Arbeitsmarkt bringen. Die 4 Mio. Euro, die ESF, Land Kärnten und AMS in dieses Projekt investieren, sind jedenfalls gut angelegt. Mit der Job-Werkstatt erschließen wir wichtiges Fachkräftepotenzial, das Kärnten in Zukunft dringend benötigen wird.

Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, AMS Kärnten und dem Land Kärnten finanziert

Job-Werkstatt

JOB-WERKSTATT auf einen Blick

Zielgruppe: Junge Erwachsene (18-24 J.), die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind

Verweildauer im Projekt: 6 Monate bis max. 12 Monate

Inhalte: Berufsorientierung, Case Management, Auffrischen schulischen Wissens, praktisches Arbeiten (Metall, Holz, Grafik/Druck, Textil/Schneiderei), EDV-Training, Sport und Bewegung;

Exkursionen, Fachvorträge, Berufspraktika Teilnahmeplätze: 36

Rückfragehinweis:
Ing. Mag. (FH) Jürgen Kühnel
Projektleiter Job-Werkstatt, WIFI Kärnten GmbH
Tel.: 0676/88 58 68 – 980 bzw. juergen.kuehnel@wifikaernten.at

fact sheet Job-Werkstatt

Start: 01.04.2016

Zielgruppe: Junge Erwachsene (Frauen und Männer) vom 18. bis zum vollendeten 24. Lebensjahr, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

Zum Beispiel:

  • Lehr- und SchulabbrecherInnen, die sich auf das zukünftige Erwerbsleben vorbereiten wollen
  • Junge Erwachsene mit unzureichender Beschäftigungsintegration
  • Ausgrenzungs- und Armutsgefährdete
  • Junge Erwachse ohne klare berufliche Vorstellungen

Nicht aufgenommen werden können junge Erwachsene:

  • mit akuter Suchtmittelabhängigkeit
  • mit akuten psychischen Erkrankungen
  • mit einem hohem Aggressionspotential
  • mit unzureichenden Deutschkenntnissen
  • mit einer kognitiven Beeinträchtigung, welche die Bewältigung einer Teilqualifikation unmöglich macht bzw. eine Tagesstruktur im Sinne des Landesbehindertengesetzes erfordert

Aufnahmeverfahren: max. 12 Teilnehmer

  • Schritt 1: Teilnahme an einer monatlich stattfindenden  Informations-                           veranstaltung mit anschließendem Erstgespräch
  • Schritt 2: Teilnahme an einem einwöchigen Auswahlverfahren
  • Schritt 3: Aufnahme ins Projekt

Verweildauer: 6 bis maximal 12 Monate

TeilnehmerInnenplätze: 36 (mindestens 50% Frauen)

Inhalte:

  • Berufsorientierung
  • Case Management
  • Auffrischen von schulischem Wissen in Mathematik, Deutsch und Allgemeinbildung
  • Praktisches Arbeiten in den Werkstätten (Metall, Holz, Grafik/ Druck, Schneiderei)
  • EDV-Training
  • Begleitende Angebote – Bewegung und Sport, Kultur, Gesundheit, etc.
  • Exkursionen
  • Betriebspraktika
  • Fachvorträge

Ziele:

  • Reduzierung von Hindernissen im Vorfeld der Arbeitsaufnahme
  • Integration in den ersten und zweiten Arbeitsmarkt
  • Überbetriebliche Lehrausbildung
  • Besuch einer weiterführenden berufsbildenden oder allgemeinbildenden Schule

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here