Gesundheit

pro mente Gruppe in Kärnten begeht ihre Jahrestagung unter dem Motto „Arbeit“

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Erstmals gemeinsam trafen sich rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Organisationen der pro mente Gruppe in Kärnten, um das Thema Beschäftigung und Arbeit, sowie dafür erforderliches Training für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu diskutieren.

Welche Perspektiven haben Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen, um Beschäftigung und Arbeit zu finden? Diesem Thema widmen sich die Projekte und Einrichtungen der pro mente Gruppe in Kärnten anlässlich ihrer Jahrestagung, die diesmal im Hotel Hafnersee in Keutschach stattfand.

Es gibt zahlreiche gemeindenahe und niederschwellige Angebote in ganz Kärnten, die den Klienten Training und sinnvolle Beschäftigung bieten. Dabei ist die Palette der Möglichkeiten breit und reicht beispielsweise von fähigkeitsorientierter Beschäftigung (stundenweise Arbeit) bis hin zu Dauerarbeitsplätzen. Für Jugendliche gibt es vorbereitende Angebote, um eine Lehrstelle zu finden, sowie die Möglichkeit der Absolvierung einer Lehre. Komplementiert werden diese Angebote durch Arbeits- und Berufstrainings.

„Natürlich würden wir uns wünschen, wenn alle unsere Klienten einen langfristigen Arbeitsplatz am freien Markt finden würden. Aber die Realität zeigt, dass dies nicht immer möglich ist“, hält Obmann Univ.-Doz. Dr. Georg Spiel fest. Aus diesem Grund sind die geförderten Projekte von Bund, Land und anderen Fördergebern von größter gesellschaftlicher Bedeutung. Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt – Stichwort: Industrie 4.0 – zeigen, dass der Bedarf an solchen Projekten in Zukunft noch steigen wird.

Die Ergebnisse aller Anstrengungen sind positiv zu bewerten. So erwirtschaften beispielsweise die Arbeitsprojekte der pro mente kärnten GmbH rund 77% ihrer Kosten selbst. Problematischer stellt sich die Situation in anderen Bereichen dar, nämlich bei den  Klienten, die einen größeren Betreuungsbedarf haben, unter komplexen psychischen Problemen leiden und als nicht „arbeitsfähig“ eingestuft sind. Um hier einen Zugang zu arbeits- und sozialversicherungsrechtlich abgesicherten Dienstverhältnissen zu ermöglichen, müssten die entsprechenden Gesetze auf Bundes- und Landesebene angepasst werden. „Es wäre nicht nur im Sinne der UN- Behindertenrechtskonvention wünschenswert, wenn eine soziale Absicherung für diese Menschen auch im Bereich der Beschäftigung geschaffen werden könnte“, erläutert Mag. Paul Streit, Geschäftsführer der pro mente kärnten GmbH.

„Die Sicherung von Arbeit und insbesondere ihrer sinnstiftenden Komponente wird eine unserer Zukunftsaufgaben sein. Dies umso mehr, als wir im Rahmen unserer gesellschaftlichen Entwicklung ganz allgemein mit einer höheren psychischen Belastung durch Arbeit aufgrund der Entwicklungen im Sinne der Industrie 4.0 rechnen müssen“, betont Obmann Univ.-Doz. Dr. Georg Spiel.

 

Fotocredit: pro mente: kinder jugend familie GmbH

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