Tourismus

Schwerer Schaden für Tourismusregion

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Die Ausweisung eines Wildschutzgebietes im Maltatal führt in den Wintermonaten zu einem strikten Betretungsverbot im Bereich der Kesselwände. Der Alpenverein fordert nun ein Mitspracherecht und startet eine Petition für das Kärntner Eisklettermekka.

Die zehn beliebtesten Routen des Eiskletterparadieses im Maltatal dürfen nicht mehr betreten werden und zählen per Gesetz zum Sperrgebiet. Trotz des fraglichen Schutzbedarfs des Gebietes, ist dieses nur noch autorisierten Personen zugänglich. Derzeit kann jedes Jagdgebiet zu einem Zehntel als Wildschutzgebiet ausgewiesen werden. Rücksicht auf die umliegenden Gebiete, muss nicht genommen werden. Auch ein übergreifender wildökologischer Raumplan besteht nur theoretisch.

Missmut über Sperrung

In der Eiskletterszene macht sich Ärger über die Sperrung des Herzstücks des Eisklettersports breit. Auch der Alpenverein, mit 521.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Bergsportler, spricht sich gegen das Betretungsverbot aus. „Das Wildschutzgebiet im Maltatal wurde bis ins Jahr 2020 zum Sperrgebiet erklärt. Wir erhoffen uns durch die Unterstützung aus der Bevölkerung ein Einlenken der Behörden und künftig eine Einbeziehung aller Betroffenen bei der Ausweisung von Wildschutzgebieten. Nur so können wir einen Fleckerlteppich aus Betretungsverboten verhindern und eine Raumplanung mit Weitblick ermöglichen“, so Peter Kapelari, Stellvertretender Generalsekretär und Leiter der Abteilung Hütten, Wege & Kartografie im Alpenverein. Joachim Gfreiner, Vorsitzender des Kärntner Landesverbandes zeigt sich ebenfalls empört: „Wir unterstützen Ruhezonen, wenn sie wildökologisch sinnvoll sind, das ist auch unser Auftrag als Naturschutzorganisation. Voraussetzung ist aber, dass die betroffenen Interessensgruppen mit einbezogen und die Entscheidungen objektiv getroffen werden. Wir werden es nicht zulassen, dass das Gesetz dazu missbraucht wird, Sperren ‚auf Wunsch‘ durchzusetzen.“

Imageschaden

Nicht nur die Betreiber der Gästehäuser, auch der Bürgermeister der Gemeinde Malta, Klaus Rüscher, befürchtet einen großen Imageschaden für die Nationalparkgemeinde: „Es ist schon verwunderlich, dass der Besitzer von tausenden Hektar unberührter Waldfläche genau jene kleine Fläche als ‚bevorzugtes Einstandsgebiet‘ und Wildruhezone durchgeboxt hat, die für Freizeitsportler am attraktivsten ist und vom Wild aufgrund der exponierten Lage ohnehin gemieden wird.“ Ein Rückgang bei den Nächtigungszahlen ist jetzt schon zu spüren.

 

Fotocredit: Kärntnen Werbung/Leitner

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