Spatenstich für ersten Theurl-Standort in Kärnten

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LHStv.in Gaby Schaunig (4.v.l.) beim feierlichen Spatenstich für den ersten Kärntner Produktionsstandort des Osttiroler Familienunternehmens Theurl in Steinfeld an der Drau.

LHStv.in Gaby Schaunig: Gesamte Region profitiert von der Betriebsansiedelung – Produktion eines leistungsfähigen High-End Produkts aus Holz stärkt Wirtschaftsstandort Kärnten

Klagenfurt (LPD). Mit einem feierlichen Spatenstich starteten heute, Dienstag, die Bauarbeiten für den ersten Kärntner Produktionsstandort des Osttiroler Familienunternehmens Theurl. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig und Steinfelds Bürgermeister Ewald Tschabitscher schritten die Geschäftsführer Hannes und Stefan Theurl zur Tat und legten bei Baubeginn selbst Hand an.

„Dieser Spatenstich bezeugt die gute, zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen dem Familienunternehmen Theurl, der Kärntner Landesverwaltung und der Gemeinde und spricht ebenso für die Standortqualität des Landes Kärnten. Die Gemeinde Steinfeld und das gesamte Drautal profitieren von der Errichtung der hochwertigen Holzproduktion und den 100 neu geschaffenen Arbeitsplätzen“, betonte Schaunig.

Am Standort Steinfeld wird künftig Brettsperrholz (BSP) hergestellt, auch Cross Laminated Timber (CLT) genannt. „Die Ansiedelung eines weiteren neuen Betriebes in Kärnten unterstreicht die Ansiedelungsstrategien der Kärntner Politik und stärkt nachhaltig die wirtschaftliche Position unseres Bundeslandes. Theurl wünschen wir viel Erfolg mit dem neuen Betriebsstandort in Kärnten“, so Schaunig.

In Steinfeld an der Drau fanden die Geschäftsführer optimale Bedingungen für eine zügige, zukunftsorientierte Betriebsansiedlung. „Als Familienunternehmen mit einer über 87jährigen Geschichte sehen wir uns regelmäßig mit großen Entscheidungen konfrontiert. Auch die Entscheidung, diese Investition außerhalb unseres Heimatbezirkes zu tätigen, haben wir nicht leichtfertig getroffen. Wir freuen uns, das neue Werk planmäßig umsetzen zu können“, berichtete Hannes Theurl und erklärt weiter: „Sowohl die logistischen Vorteile aufgrund der Nähe zu internationalen Verkehrswegen, als auch das Einzugsgebiet für die Besetzung der neu entstehenden Arbeitsplätze waren weitere Pluspunkte des Standortes Steinfeld.“

In enger Abstimmung mit den Behörden entwickelte das international agierende Planungsbüro Atp mit Sitz in Innsbruck gemeinsam mit den Bauherren einen modernen Industriestandort, der alle gesetzlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Auch die Expertise der Mitarbeiter floss in den Planungsprozess ein. „Dieser Spatenstich hat eine historische Bedeutung für die Marktgemeinde Steinfeld und deren zukünftige Entwicklung.“, freute sich Bürgermeister Tschabitscher.

Die Zeit bis zum Jahresende wird nun die Errichtung der Produktionshallen in Anspruch nehmen. Ab Jänner 2020 folgen der Innenausbau und Installation der hochautomatisierten Fertigungsanlagen. Der Produktionsstart ist für das späte Frühjahr 2020 angepeilt. Das Unternehmen schafft am Standort Steinfeld in einer ersten Ausbaustufe 100 hochwertige und zukunftsgerichtete Arbeitsplätze im technischen Bereich, in Verwaltung, Verkauf und Produktion.

Rund die Hälfte der zur Verfügung stehenden Grundfläche von 12,5 ha wird verbaut. Das große Grundstück bietet genügend Raum für eine weitere Standortentwicklung. „Das Projekt markiert einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Es stellt die Weichen für die nächste und damit vierte Generation des Familienunternehmens. Mit der Produktion von CLT gehen wir optimal gerüstet in die Zukunft“, bekräftigte Stefan Theurl.

„In Folge dieser sowie weiterer aktueller Betriebsansiedelungen wird Kärnten bis zum Jahr 2022 mit 400.000 Kubikmetern ein Fünftel bis ein Viertel der weltweiten Menge an Holzverbundstoffen produzieren“, betonte Schaunig. „Dieser Werkstoff ist ein global stark nachgefragtes Material und wird auch immer öfter im Holzbau eingesetzt.” Über ein Lieferantenentwicklungsprogramm des KWF soll in Kärnten ein Holz-Cluster aufgebaut werden, um die Kräfte in diesem Stärkefeld zu bündeln und noch weiter auszubauen.

Mit dem neuen Produkt CLT erweitert Theurl seine Wertschöpfungskette. Die Massivholzplatten bestehen aus mehreren gekreuzten, miteinander verleimten Brettlagen. Daraus ergibt sich eine hohe Formstabilität mit guten Festigkeitseigenschaften, die jenen von Stahlbeton ähneln. Durch die massive Ausführung sind Ausschnitte für Türen oder Fenster flexibel platzierbar.

„Wir befinden uns in einer guten Ausgangslage für die Einführung des neuen Produkts. In den letzten Jahren gab es enorme Forschungstätigkeiten und Weiterentwicklungen von Holzbauprodukten. Der Trend zur Vorfertigung ganzer Gebäudeelemente ist unübersehbar. In CLT sehen wir das Holzbauprodukt der Zukunft. Getreu unserer Unternehmensstrategie möchten wir es unseren Kunden als Systemkombination von BSH, CLT und Abbundleistung anbieten. Ergänzend dazu liefern wir unser Schnittholz- und Hobelwarensortiment“, zeigte Stefan Theurl die Möglichkeiten des umfassenden Sortiments auf.

Foto: © Büro LHStv.in Schaunig