Das Technologieland im Süden Österreichs

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(von links nach rechts): Alexander Bouvier (Treibacher Industrie AG), Sabine Herlitschka (Infineon Technologies Austria AG), Timo Springer (Präsident IV Kärnten), Claudia Mischensky (Geschäftsführerin IV Kärnten), Paul Sommeregger (IAB Industrieanlagenbau GmbH), Otmar Petschnig (Fleischmann & Petschnig Dachdeckungs GmbH)

Der neue IV-Kärnten-Präsident Timo Springer legt beim Sommerempfang im Spittl in Spittal/Drau “Top-Fünf-Hausaufgaben” vor, deren Erledigung Kärnten unter die Top-Drei der Bundesländer bringen soll.

Den Beginn machte Springer aber mit dem aktuellen Thema Arbeitszeitflexibilisierung. Er bedauerte, dass die Zeichen von Seiten der Gewerkschaft derzeit mehr auf Konflikt stünden und appellierte an die Verantwortlichen, aufzupassen, dass nicht Sprachkultur und Gesprächsbasis verloren gingen. Dann kam er auf die derzeit größten Herausforderungen der Unternehmen am Standort, aus denen er gleichzeitig die fünf wichtigsten Hausaufgaben ableitete.

Wettbewerbsfähigkeit: Kärntens Industrie lebe in erster Linie vom Export, erinnerte der IV-Kärnten-Präsident. Europa und die Welt seien ihr Markt, daher müsse Kärnten offen bleiben, im Denken und Tun. Auch hier kam er noch einmal auf das Thema der Flexibilisierung und stellte klar: “Es geht nicht darum, wer sich was wünscht, es geht darum, was es braucht, damit unsere Betriebe auch in Zukunft erfolgreich sein können.”

Bildung & Fachkräfte: Springer forderte die “Bildungswende hier im Land”. Man müsse die Kräfte an einem Ort bündeln. Das Projekt der Industrie-HAK in Althofen sei ein gutes Beispiel dafür. Dann kam er auf die Fachhochschule Kärnten, die gerade im technischen Bereich einen wertvollen Beitrag zur Deckung des Facharbeiterbedarfs leiste. Im Sinne der Dynamik und des wechselseitigen Lernens stellte er aber das Vier-Standortekonzept deutlich in Frage und sprach sich für einen Campus im Zentralraum aus.

Digitalisierung, Innovation, Infrastrukturausbau: Ein besonderes Anliegen ist Springer hier der Breitbandausbau. Man müsse einen Kraftakt setzen, Ressourcen bündeln und rasch etwas weiterbringen. Er fragte sich, ob das nicht besser gelinge, wenn man sich auf die Hot-Spots konzentriere.

Smarte Verwaltung: Diese sei unterstützend und baue in den Verfahren auf Partnerschaft mit den Betrieben, formulierte der IV-Kärnten-Präsident das Ziel.

Mindset: Ja, meinte Springer, Kärnten habe Aufholbedarf. Aber anstatt die Defizite zu beklagen, müsse man doch Ideen für die Zukunft schmieden.

Vision Kärnten 2030

Von da leitete Springer zu seiner Vision des Landes im Jahr 2030 über, der Vision Kärnten 2030 “Das Technologieland im Süden Österreichs”

Es ist eine Vision der Leitbetriebe, um die herum eine Vielzahl von kleineren und größeren Technologie- und Industrieunternehmen entstanden sind, eine der bestehenden Betriebe, die sich weiterentwickelt haben und eine der innovativen Neugründungen. So wie die Steiermark für den automotiven oder Oberösterreich für Stahl stehe, stehe Kärnten dann für Hochtechnologie.

Im Jahr 2030 habe Kärnten eine Top-Universität und eine Top-Fachhochschule mit klaren Schwerpunkten und konzentriert auf einem Hochschulcampus im Zentralraum – attraktiv für internationale Studierende.

Kärnten sei vielfältig, offen und international, die Industrie habe ihre Position als wichtigster Arbeitgeber ausgebaut und sichere den größeren Teil des Wohlstands im Land, so Springer. In allen relevanten Bereichen sei das Bundesland unter die Top-3 aufgestiegen, was durch Benchmarking und die richtigen Konsequenzen daraus gelungen sei. Kurz, Kärnten sei ein Land, in dem und für das es sich lohne zu arbeiten, zu lernen und zu investieren.

Die Kärntner Politik (Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Martin Gruber für die Regierung sowie die Landtagsabgeordneten Christian Leyroutz und Hartmut Prasch für die Opposition) kommentierten die Vision Springers vom Technologieland im Süden positiv. Hervorgehoben wurden u.a. die erwarteten Verbesserungen in der Verwaltung durch die neue Wirtschafts-Ombudsstelle, aber auch die Großinvestition bei Infineon. Bestätigt wurde Springer in seiner Forderung nach einem schnelleren Breitbandausbau.

Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes an Christoph Kulterer

Zuvor hatten Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Martin Gruber Ex-IV-Kärnten-Präsident Christoph Kulterer das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes überreicht. Kulterer dankte den Mitgliedern und der Politik für die gute Zusammenarbeit in den sechs Jahren seiner Präsidentschaft. Er erhielt lange anhaltenden Applaus der rund 250 Gäste im stimmungsvollen Ambiente im Innenhof des Spittl in Spittal.

Foto: © Gerd Eggenberger

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