Premiere

Von der Schulbühne ins Konzerthaus

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Mit ihrem Musical "The Key of Happiness" begeistert die 20-jährige Carolin Anna Pichler Groß und Klein.

Mit ihrem Musical „The Key of Happiness“ feierte die 20-Jährige Seebodnerin Carolin Anna Pichler am 6. Mai im Konzerthaus Klagenfurt Premiere. Im Interview erzählt sie über das ambitionierte Projekt und welches Potenzial sie in Kärnten sieht.

Wie ist die Idee entstanden, ein Musical zu schreiben?

Mit 15 habe ich begonnen, Lieder für unsere Schulband zu schreiben. All diese Lieder passen sehr gut zusammen und Hans Lassnig, der Leiter der Band hat mich auf die Idee gebracht, daraus ein Musical zu machen. So ist „The Key of Happiness“ entstanden.

Zum ersten Mal wurde das Musical 2015 in Ihrer ehemaligen Schule, dem BORG Spittal aufgeführt. Wie hat sich das Musical seither entwickelt?

Ich habe das Musical gemeinsam mit dem Regisseur, Andreas Ickelsheimer überarbeitet und erweitert. Hans Lassnig, der die musikalische Leitung überhat, machte die musikalischen Arrangements für das Orchester. Dazu kommt, dass sich der komplette Cast geändert hat. Wir haben nun Mitwirkende aus 12 verschiedenen Nationen gewonnen. Eine Besonderheit ist auch die Mitwirkung von Studierenden der Alpen-Adria-Universität. Im Rahmen eines Seminars wird das Musical als Schwerpunkt behandelt und zehn Studierende arbeiten in den Bereichen Sponsoring, Promotion und Kostüm mit.

Wie konnten Sie so viele Menschen zum Mitmachen bewegen?

Die Hauptdarsteller haben wir schon beim ersten Casting im Mai 2016 gefunden. 25 Musiker für das Projekt zu gewinnen, war schon schwerer. Im Jazzclub in den Kammerlichtspielen finden oft Konzerte vom Konservatorium statt. Dort bin ich hingegangen und habe nach den Konzerten alle Musiker angesprochen. Ich war bei mindestens fünf Konzerten – es war also kein leichter Weg, aber es hat sich ausgezahlt. Viele sehen es als einzigartige Chance, da ihnen in Klagenfurt die Möglichkeiten fehlen bei einer derartigen Produktion mitzumachen.

Was war Ihnen bei der Besetzung der Rollen wichtig?

Ich suche die Besetzung nach einer gewissen Einstellung und Motivation aus. Es ist mir nicht wichtig, ob die Mitwirkenden Profis sind oder nicht. Ich möchte gut mit Ihnen zusammenarbeiten und Darsteller, die die Message rüberbringen können.

Wird das Gemeinsame auch außerhalb der Produktion gepflegt?

Ja, absolut! Das ganze Team befindet sich im Konservatorium und wenn ich meine Vorlesungen habe, trifft man sich auch außerhalb der Proben und trinkt einen Kaffee. Wir sind ein Team, gehen aufeinander ein und helfen uns gegenseitig. Egal ob die Saxophonistin ihren Putzfetzen nicht mehr aus ihrem Saxophon bekommt, oder die Erstbesetzung gemeinsam mit der Zweitbesetzung probt. Dieser Teamgedanke ist sehr schön.

Welche Rolle haben Sie bei der Produktion übernommen?

Bezeichnen würde ich es als Produktionsleitung und Supervision. Ich übernehme viele verschiedene Aufgaben, wie die Regieassistenz und pflege auch den sozialen Kontakt zu allen Mitwirkenden. Sie kommen zu mir, wenn es um Proben geht, sie zu spät kommen und ähnliches. Es ist mir wichtig, dass die Mitwirkenden jederzeit zu mir kommen können, auch wenn etwas nicht passt.

Ihr Musical ist eine Art Wegweiser für die Menschen und das Thema ist gerade heute, in Zeiten von Digitalisierung und Co. sehr aktuell. Was möchten Sie den Menschen mit Ihrem Musical mitgeben?

Die Menschen sollen etwas Positives mitnehmen und glücklich nach Hause gehen – nicht aufgewühlt. Man kann einen sehr unterhaltsamen Abend haben und wenn man will, auch die tiefere Botschaft dahinter verstehen. Diese leichte Unterhaltung, wie der Heimatfilm, den alle gerne angesehen haben, das vermisse ich ein bisschen in Kärnten.

Welche Zielgruppe wollen Sie mit dem Musical erreichen?

Das Musical ist für jedermann. Es gibt so viele Charaktere in diesem Stück, sei es der brave Student oder der Hallodri, die noch dazu beste Freunde sind. Jeder findet hier einen Charakter, mit dem er oder sie sich identifizieren kann.

Sehen Sie in Kärnten Potenzial für weitere Produktionen?

Ja! Es war viel leichter, als ich gedacht habe. Man muss einfach die richtigen Leute zusammenbringen. Ich musste auch nicht über die Grenzen hinausarbeiten. Die Mitwirkenden sind alle aus Kärnten und haben am Landeskonservatorium in Kärnten studiert. Die Ressourcen sind da, man muss sie nur verbinden und nutzen!

 

Fotocredit: Daniel Waschnig

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