Musterbeispiel für Zusammenarbeit

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Alois Peer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau Holz, Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig, ARGE-Obmann Gerhard Oswald und Baugipfel-Initiator Stefan Hasse beim heutigen Bau-Gulasch

Vier Jahre, acht Baugipfel: Am 12. März 2014 trafen das Land Kärnten und die ARGE Bauwirtschaft zum ersten Baugipfel zusammen. Heute zogen LH-Stv.in Gaby Schaunig und ARGE-Obmann Gerhard Oswald bei einem Bau-Gulasch Bilanz.

Klagenfurt, 23.01.2018 – „Gemeinsam heißt gemeinsam gewinnen“, so eröffnete Gerhard Oswald, Obmann der ARGE Bauwirtschaft, das heutige Bau-Gulasch im Innungshaus Bau und Technik der Wirtschaftskammer Kärnten. Anlass gaben die acht vergangenen Baugipfel mit LH-Stv.in Gaby Schaunig, bei denen Maßnahmen vereinbart wurden, die auf eine kontinuierliche Beschäftigung und Auslastung der Kärntner Bauwirtschaft abzielen. „Der halbjährlich stattfindende Baugipfel wurde zu einer Institution – mit zahlreichen konkreten Ergebnissen“, berichtete Gaby Schaunig. „Die Kärntner Bauwirtschaft tritt bei den Zusammentreffen geschlossen auf. Das ist österreichweit einzigartig“, ergänzte Oswald.

Rund 5.000 Unternehmen aus dem Bereich Bau und Technik setzen in Kärnten mit ca. 37.000 Mitarbeitern 2,5 Milliarden Euro jährlich um. Dieser Wert entspricht einem Viertel der gesamten Wertschöpfung in unserem Bundesland. Dazu kommt ein Multiplikatoreffekt in Form weiterer Konsum- und Investitionsausgaben, die durch Bauinvestitionen ausgelöst werden. Die Bauwirtschaft ist eine Konjunkturstütze, die – als Spezifikum – in hohem Maß Aufträge von öffentlicher Seite erhält. Nach der Pleite eines großen Baubetriebes im Juni 2013 initiierte Stefan Hasse, Gründer der ARGE Bauwirtschaft, den ersten Baugipfel. „Dass sich Land, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Ziviltechniker und Gewerkschaft zwei Mal im Jahr an einen Tisch setzen und über die Zukunft der Bauwirtschaft diskutieren und noch dazu spürbare Ergebnisse liefern, ist österreichweit einzigartig“, erklärten Schaunig und Oswald sichtlich stolz. Der Output aus den acht Meetings ist überaus erfreulich:

  • Bestbieterprinzip: gilt unter anderem bei Ausschreibungen der Landesimmobiliengesellschaft und der gemeinnützigen Bauvereinigungen; neben dem Preis werden Kriterien wie beispielsweise die Qualifikation der Mitarbeiter, die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern und Lehrlingen sowie die Entfernung zur Baustelle herangezogen – umso die Chancen von regionalen, heimischen Baufirmen zu erhöhen.
  • Kärntner Bauinvestitionsprogramm K-BIP: gibt einen Gesamtüberblick über alle Bauvorhaben aller Körperschaften in Kärnten; 2017 waren insgesamt rund 566 Millionen Euro vorgesehen.
  • Schwerpunktprogramm „Bau“ wurde im Bereich der Arbeitnehmerförderung eingeführt (Lehrlingsförderung)
  • Schwerpunkt Sanierung und Reconstructing im gemeinnützigen Wohnbau bzw. im neuen Wohnbauförderungsgesetz
  • Kärntner Wohnbauförderungsgesetz-neu wurde diskutiert und Inputs mitaufgenommen – Anreize zum Erwerb von Eigentum geschaffen
  • Aufrechterhaltung des öffentlichen Investitionsvolumens – trotz Hypo/Heta-Krise
  • Verbesserung der Baustellenkontrollen: Schwerpunktkontrollen Lohn- und Sozialdumping wurden angeregt und seitens der zuständigen Stellen umgesetzt
  • Zweijährige Wohnbauprogramme: bessere, langfristigere Planbarkeit Kärntner
  • Bauordnung: ständiger Austausch mit Wirtschaftsvertretern.

Die Baugipfel-Teilnehmer sind mit den Ergebnissen durchaus zufrieden. Gerhard Oswald hat aber auch noch Anliegen für mögliche weitere Treffen: „Der Ausbau des Bestbieterprinzips  und die verpflichtende Einbeziehung weiterer öffentlicher Auftraggeber wäre wünschenswert. Darüber hinaus wären zusätzliche Direktförderungen, wie etwa der Handwerkerbonus, dringend notwendig. Dabei ist es besonders wichtig, dass sie schnell und unbürokratisch abholbar sind. Auch bei den Themen ALSAG und Wettbewerbsfairness stehen noch Punkte auf meiner Agenda. Und wovor wir keinesfalls die Augen verschließen dürfen, ist der Fachkräftemangel. In Sachen Imageförderung der Lehre gehört noch viel getan!“ Speziell den letzten Punkt griff die Landeshauptmannstellvertreterin auf: „Auch wenn die Lehrlingszahlen glücklicherweise steigen, müssen wir an der Attraktivierung der Lehre arbeiten. Wir brauchen junge Menschen, die sich für das Thema Bau interessieren. Immerhin stehen die Karrierechancen sehr gut und es ist ein Beruf auf dem man – im wahrsten Sinne – aufbauen kann.“ Schaunig selbst hat bereits selbst Ideen für eine Fortführung der Baugipfel-Gespräche: „Wir möchten einen Digitalisierungsschwerpunkt setzen und auch ein Lieferantenentwicklungsprogramm speziell für die Bauwirtschaft konzipieren.“

Nach dem gemeinsamen Gulasch hörte man bereits erste Terminkoordinationsgespräche. In Anbetracht der Ergebnisse der bisherigen Baugipfel ist eine „Weiterführung der Baugipfel nicht nur wünschenswert, sondern dringend notwendig“, sind sich Schaunig und Oswald einig.

Foto: (c) WKK/fritzpress

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